Lehrlinge suchen, coachen, vermitteln

Brüder Retzbach mit ihren AuszubildendenLupe
Wer Auszubildende in einem seltenen Beruf sucht oder einfach keinen großen Aufwand bei der Lehrlingssuche betreiben will, der kann sich an die Ausbildungsplatzvermittlung der Handwerkskammer Hannover wenden. So wie die Brüder Retzbach, die für den eher unbekannten Beruf des Mechatronikers für Kältetechnik händeringend Fachkräftenachwuchs suchen. Über die Ausbildungsplatzvermittlung der Handwerkskammer bekamen sie im letzten Jahr zwei geeignete Bewerber, die sich bisher sehr gut bewährt haben.

"Wir lassen schon seit zwei Jahren die Ausbildungsplatzvermittlerinnen der Handwerkskammer Auszubildende für uns suchen", erklärt Lars Retzbach von der GKS Klimaservice Retzbach & Partner GmbH in Garbsen. Und das mit großem Erfolg. Die erste von der Kammer ins Unternehmen vermittelte Bürokauffrau, Jana Hegert, hat im Sommer 2008 als beste ihres Jahrganges die Abschlussprüfung bestanden. "Wir haben uns an die Handwerkskammer gewandt, weil wir für unseren Ausbildungsberuf „Mechatroniker für Kältetechnik" zu wenig Bewerbungen bekommen. Er ist einfach zu unbekannt", erzählt Retzbach, der zusammen mit seinem Bruder und Vater Lüftungs- und Kälteanlagen baut und wartet.

"Die Hälfte der jungen Leute, die sich bei uns vorstellen und im Handwerk eine Ausbildung machen wollen, haben ungenaue Berufsvorstellungen. Sie wissen zwar, dass sie beispielsweise etwas Handwerkliches im technischen Bereich machen wollen, kennen aber nur den Kfz-Mechatroniker oder den Elektroniker", sagt Sonja Giesemann von der Ausbildungsplatzvermittlung. „Daher erzählen wir den jungen Leute, wie viele unterschiedliche Handwerksberufe es gibt, erforschen mit ihnen zusammen, welche für sie in Frage kommen und weisen sie eben auch auf Berufe hin, für die wir offene Lehrstellen zu besetzen haben", erläutert Giesemann. Das gehe allerdings nur mit einem längeren Vorlauf und nur, wenn die Jugendlichen sich guten Gewissens und nach reiflicher Überlegung dafür entschieden.

Dass das Angebot der Ausbildungsplatzvermittlung gut angenommen wird, zeigen die Zahlen vom letzten Jahr. Das, im Rahmen von Jobstarter aus den Mitteln des Bundes und der Europäischen Union geförderte Projekt konnte im Jahr 2007/2008 100 zusätzliche Lehrstellen akquirieren und besetzen. „Das ist ein gutes Ergebnis. Wir treffen mit unserem Angebot einen Nerv unserer Handwerksbetriebe. Fachkräfte sind immer schwieriger zu bekommen. Viele wollen daher gerne ausbilden, bekommen aber wenige oder unqualifizierte Bewerbungen", erläutert Carl-Michael Vogt, Leiter der Abteilung Berufliche Bildung in der Handwerkskammer Hannover.

Für die Brüder Retzbach hat es im letzten Jahr jedenfalls sehr gut funktioniert. Zwei ihrer drei Auszubildenden in der Kältetechnik bekamen sie über die Handwerkskammer. Und für das Ausbildungsjahr 2009 lassen sie die Ausbildungsplatzvermittlerinnen schon seit Herbst 2008 weitere fünf Lehrlinge suchen. „Das ist absolut vorbildlich. Wenn wir so früh einen Auftrag bekommen, können wir in Ruhe auf die Suche nach passenden Jugendlichen gehen. Aber auch Anfang des Jahres ist es noch nicht zu spät für die Betriebe, denn viele junge Leute entscheiden sich mittlerweile relativ spät für einen bestimmten Ausbildungsberuf", betont Giesemann. (see, 03.02.2009)

Kontakt:
Sonja Giesemann

online seit 02. Feb 2009, aktualisiert am 02. Feb 2009

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