Handwerkskonjunktur im Frühjahr 2009: Auftrags- und Umsatzentwicklung unbefriedigend
Hannover, 02. April 2009- „Das Handwerk im Bezirk der Handwerkskammer Hannover beurteilt die Geschäftslage ähnlich wie im Vorjahresquartal", erklärt Jans-Paul Ernsting, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover bei der Vorstellung des Konjunkturberichts für das Frühjahrsquartal 2009. Allerdings seien die Auftrags- und Umsatzentwicklung unbefriedigend und die Beschäftigtenzahlen wurden nach unten korrigiert. Zwar verlor die Steigerung der Einkaufspreise erheblich an Dynamik, gleichzeitig sanken die Verkaufspreise jedoch in per saldo 16 % der Handwerksbetriebe. „Und es ist keine Besserung in Sicht", so Ernsting, denn die befragten Betriebe im Bezirk der Handwerkskammer Hannover rechnen eher damit, dass es mit der konjunkturellen Entwicklung im Kammerbezirk weiter bergab gehen wird.
Die Stimmung der Bauwirtschaft ist in den Keller gerutscht, ungeachtet des zweiten Konjunkturprogramms, von dem viele Betriebe des Baugewerbes voraussichtlich in besonderem Maße profitieren werden. Im Vergleich der Handwerksbranchen bildet hier der Geschäftsklimaindex mit 23 Punkten das Schlusslicht. Etwas besser sieht die Lage im Ausbauhandwerk aus. Hier stieg der Indexwert um sechs Punkte auf immerhin 50,5 Punkte.
Durch besonders raue Zeiten steuert gegenwärtig das Zulieferhandwerk. Der Geschäftsklimaindex verlor gegenüber dem Vorjahresquartal 17 Punkte und liegt nunmehr bei 42,5 Indexpunkten. Die Auftragseingänge sackten in per saldo 43 Prozent der befragten Betriebe ab. Dies hatte bei nahezu jedem vierten Betrieb Entlassungen zur Folge.
Trotz oder sogar wegen der Abwrackprämie gab es im Kraftfahrzeughandwerk wenig Grund zur Freude. Das Stimmungsbarometer sank um 6,5 Indexpunkte gegenüber dem Vorjahresquartal. Mit 40,5 Punkten erreichte die Beurteilung der Geschäftslage nur annähernd das Niveau des Frühjahrs 2007.
Die Geschäftslagebeurteilung im Nahrungsmittelhandwerk ist deutlich gestiegen und liegt mit 51,5 Indexpunkten um 12 Punkte höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch wenn per saldo 13 Prozent der Betriebe Auftragsverluste zu verzeichnen hatte, blieb der Umsatz konstant.
Erheblich schlechter verlief das erste Quartal für die Dienstleistungshandwerke. Mit 34 Indexpunkten liegt die Geschäftslagebeurteilung um drei Punkte unter dem Vorjahresquartalswert.
Ungeachtet einer durchschnittlichen Geschäftslagebeurteilung ist die wirtschaftliche Lage im Gesundheitshandwerk, das einen Indexwert von immerhin 43 Punkten erreicht hat, nicht überzeugend.
Kontakt:
Rosemarie Colberg
online seit 02. Apr 2009, aktualisiert am 02. Apr 2009
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