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Betriebe suchen motivierte Auszubildende. Ein Projekt sichtet unter arbeitswilligen Flüchtlingen Bewerber, die für eine Lehre im Handwerk geeignet sind. Für die Flüchtlinge ist ein Ausbildungsplatz die Chance, das Bleiberecht in Deutschland zu bekommen. Für die Betriebe sind die von der Kammer vorausgewählten Bewerber eine gute Chance, hoch motivierte und handwerklich geeignete Lehrlinge zu bekommen.

Seit dem 1. November 2008 läuft in der Region Hannover ein Projekt, das geduldeten Flüchtlingen helfen soll, ihren Aufenthalt in Deutschland auf Dauer zu sichern. Bisher hatten diese Migranten keine Arbeitserlaubnis. Bis zum 31. Dezember 2009 wird dieser Grundsatz ausgesetzt, so dass sie die Chance erhalten, sich zu qualifizieren und einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden. Wenn sie nachweislich finanziell auf eigenen Beinen stehen, können sie in Deutschland bleiben.

Helfen soll ihnen dabei eine Kooperation von Organisationen (Flüchtlingsrat Niedersachsen, DGB, Bund Türkisch-Europäischer Unternehmer), der auch die Handwerkskammer Hannover angehört. „Unser Part dabei ist es, die uns vom Flüchtlingsrat zugewiesenen Arbeitswilligen auf Herz und Nieren zu prüfen, ob sie für eine Ausbildung im Handwerk geeignet sind", erläutert Sabine Meyer, die bei der Handwerksammer Hannover für das Projekt zuständig ist. Das können Schulabgänger sein, die mit ihren Eltern vor Jahren nach Deutschland gekommen sind, aber auch junge Familienväter, die z. B. als Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien seit Jahren in der Duldung leben und nicht arbeiten durften.

"Bei einigen ist relativ schnell klar, welche Richtung sie einschlagen wollen, bei anderen müssen wir erst einmal sehr vorsichtig nach den verschütteten Wünschen fahnden. Erst nach langem Gespräch stellt sich dann oft heraus, dass die Flüchtlinge bereits in ihrem Heimatland, z.B. im Metallbereich, berufliche Erfahrungen gesammelt haben", sagt Meyer.

Im ersten Beratungsgespräch ermittelt Sabine Meyer neben den fachlichen und sprachlichen Vorkenntnissen vor allem die sogenannten Soft Skills. Nur wer sich lernfähig und lernwillig zeigt, wer sich gut in ein Team einfügen kann und engagiert und motiviert ist, kommt in das sogenannte Profiling. Eine Woche lang werden in der passenden Werkstatt die handwerklichen Fähigkeiten getestet. Erst wer hier die Ausbilder von seiner Eignung für das Handwerk überzeugt, der erhält von Sabine Meyer die notwendige Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

"Wer das Profiling mit Erfolg durchlaufen hat, ist ein engagierter und lernwilliger Auszubildender, der für jeden Betrieb ein Gewinn ist", betont Meyer. (see, 22.06.2009)

Kontakt:
Sabine Meyer

online seit 22. Jun 2009, aktualisiert am 22. Jun 2009

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