Hannover, 04. August 2004.- Sich im Wirrwarr der Fördermöglichkeiten zurecht zu finden, dass ist für viele, die auf der Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive gar nicht so einfach. Dass mit kompetenter Hilfestellung durch die Handwerkskammer Hannover und finanzieller Unterstützung durch die Agentur für Arbeit auch ungewöhnliche Wege möglich sind, dass zeigt das Beispiel von Ilia Nikitin. Dank einer maßgeschneiderten Trainingsmaßnahme schaffte er schließlich den Sprung in eine qualifizierte Umschulung, die in zwei Jahren mit der Gesellenprüfung enden soll.
Geboren wurde Ilia Nikitin vor 25 Jahren in Moskau. Aber seit 1997 ist der ehemalige Tennislehrer in Niedersachsen beheimatet. „Die Lage in Russland wurde mir einfach zu unsicher,“ meint der deutschstämmige junge Mann. „Als ich die Chance hatte, nach Deutschland überzusiedeln, habe ich nicht gezögert.“ Bereut hat er diese Entscheidung bis heute nicht, auch wenn sich sein Weg in einen neuen Beruf bisher eher schwierig gestaltet hat. Die Tenniskarriere hat er mittlerweile an den Nagel gehängt. „Ich wollte einfach etwas Solideres machen, etwas, das Zukunft hat,“ erklärt Ilia Nikitin, der mit seinen Eltern in Bad Nenndorf lebt. Über ein Programm des Arbeitsamtes in Hameln hatte er die Möglichkeit, in verschiedenen Firmen Praktika zu machen. Zunächst sah es auch so aus, als würde eine Übernahme klappen. Letztendlich wurde dann doch nichts daraus.
Auch die nächsten Anläufe endeten in einer Sackgasse, weil die Agentur für Arbeit einer Förderung nicht zustimmte. „Ich hatte schon komplett die Hoffnung aufgegeben,“ erklärt der junge Mann rückblickend. Beim Aus- und Weiterbildungsmarkt 2004 wurde er dann auf das Handwerk aufmerksam und lernte Birgit Blume kennen, die bei der Projekt- und Servicegesellschaft der Handwerkskammer Hannover als Projektmanagerin arbeitet. Sie nahm Ilia Nikitin unter ihre Fittiche und entwickelte in enger Absprache mit der Agentur für Arbeit in Hameln ein individuelles Konzept, das eine zweimonatige Vorbereitungsmaßnahme im SHK-Handwerk mit dem Ziel einer anschließenden Vermittlung in eine Umschulung umfasste. „Durch unsere engen Kontakte zur Innung und zu Handwerksbetrieben standen die Chancen gut, dass eine solche Vermittlung möglich war,“ erläutert Birgit Blume. „Das hat auch die Sachbearbeiterin bei der Agentur für Arbeit überzeugt.“
Danach ging alles ganz schnell und unbürokratisch. Ein Ausbilder des Förderungs- und Bildungszentrums (FBZ) der Handwerkskammer Hannover, entwickelte einen individuellen Ausbildungsplan, der ebenso wie der Kostenplan innerhalb einer Woche von der Agentur für Arbeit genehmigt wurde. Dann wurde Ilia Nikitin im FBZ zwei Monate lang im Einzelunterricht geschult. Durch Vermittlung des Geschäftsführers der SHK-Innung konnte er außerdem ein 14tägiges Praktikum bei der Firma Budde in Hannover absolvieren. Danach stand fest: einer Umschulung von Ilia Nikitin zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik steht nichts mehr im Wege. Am 2. August 2004 hat er begonnen, und wenn alles gut geht, macht er in zwei Jahren seine Gesellenprüfung.
Für Günter Heinsohn, Geschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, ist dies ein Beispiel das Schule machen könnte. Für ihn ist klar, dass sich die Qualität eines Weiterbildungsanbieters in Zukunft auch daran festmachen wird, ob dieser in der Lage ist, individuelle und passgenaue Maßnahmen zu planen und durchzuführen und Ratsuchenden einen Komplett-Service von der persönlichen Bedarfsermittlung bis Förderberatung zu liefern. „Interessenten mit Berufserfahrungen im Handwerk sind bei uns auf jeden Fall in den besten Händen.“
• Interessenten mit Berufserfahrungen im Handwerk, die Beratung rund um das Thema Bildungsgutschein suchen, wenden sich an Birgit Blume, Tel. (0 51 31) 7007-7 73, E-Mail: b.blume@fbz-garbsen.de
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Dr. Sabine Wilp