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Im Handwerk droht Rückgang an Nachwuchskräften

Metropolregion startet gemeinsam mit Kammern Initiative zur Talentgewinnung

Hannover.- (sw) Dass das Handwerk viel zu bieten hat an Ausbildungs- und Berufsperspektiven, beeindruckt junge Menschen immer weniger. Auch die Handwerksbetriebe in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg haben darunter zu leiden. Hinzu kommt: die Zahl der Schulabgänger wird in den kommenden Jahren um fast 20 Prozent zurückgehen. Gleichzeitig ist es politischer Wille, die Studierendenquote auf 40 Prozent hochzuschreiben. Der Wettbewerb um die besten Köpfe wird für Handwerksunternehmen also immer schärfer.

Damit das Handwerk für hochqualifizierte junge Männer und Frauen wieder an Attraktivität gewinnt, haben die drei Handwerkskammern Braunschweig - Lüneburg - Stade, die Handwerkskammer Hannover sowie die Kammer Hildesheim - Südniedersachsen eine Studie beim Heinz - Piest - Instituts (HPI) für Handwerkstechnik an der Leibniz Universität Hannover e. V. in Auftrag gegeben. Dabei werden sie von der Metropolregion unterstützt. Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion GmbH bekräftigt das Engagement der Gesellschaft in diesem Feld: "Es ist unsere Aufgabe, durch solche Untersuchungen die Potentiale in der Wirtschaft besser zu unterstützen und zusammen mit unseren Partnern in der Metropolregion absehbaren Fehlentwicklungen entgegenzusteuern".

Das vor 60 Jahren gegründete Heinz- Piest- Institut ist Mitglied der Metropolregion im Verein Wirtschaft. Das Projekt unter dem Titel "Talente gewinnen - qualifizieren - binden" soll untersuchen, wie Betriebe ihre handwerklichen Bildungsangebote besser auf die heutigen Anforderungen und Zielgruppen anpassen können. Die Untersuchung ermittelt den Fachkräftebedarf der nächsten drei bis fünf Jahre und konzentriert sich auf die Branchen Energieeffizienz, Gebäude- und Produktionstechnik. Zudem soll die Studie ermitteln, wie künftig auch Hochschulabsolventinnen und -absolventen stärker für eine Karriere im Handwerk gewonnen werden können. 

"In der Öffentlichkeit wird das Handwerk oft nicht mit hohen Bildungsabschlüssen in Verbindung gebracht. Wir wollen zeigen, dass das Handwerk technologisch hoch anspruchsvolle Tätigkeiten bereit hält. Es geht uns darum, das Verhältnis zwischen Bildungsangeboten und Qualifikationsbedarfen zu optimieren," sagt der Leiter des HPI, Dr.- Ing. Andreas Marek. Deshalb werde sich die Studie auch mit dem Ausbau der Kooperationen zwischen Handwerksbetrieben und den 17 Hochschulen in der Metropolregion befassen. Bislang arbeiteten nämlich nur rund vier Prozent der Unternehmen mit Hochschulen zusammen. Viel zu wenig für eine dauerhafte Zukunftschance.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die drei Handwerkskammern mit Unterstützung der Metropolregion innovative Forschungsprojekte angestoßen haben. In einer Struktur- und Potenzialanalyse wurden das ökonomische Gewicht und die Vernetzung der vielfältigen Handwerkszweige herausgearbeitet. In einer zweiten Untersuchung zur Humankapitalbildung ging es um die quantitativen Folgen der demografischen Veränderung und die Beschäftigungsperspektiven im Handwerk. (04.02.2010)
Struktur- und Potenzialanalyse des Handwerks in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen (Kurzfassung)  PDF-Datei [505kB]
Studie zur Humankapitalbildung und Beschäftigungsperspektiven im Handwerk der Metropolregion Hannover - Braunschweig - Göttingen (Kurzfassung)  PDF-Datei [743kB]
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