Lehrstellenbilanz 2003: Ausbildungsbereitschaft im Handwerk war weiterhin hoch

Hannover, 19. Januar 2004.- Die Ausbildungsbereitschaft im Handwerk war auch 2003 wieder hoch. Davon zeugen die 3.722 Ausbildungsverträge, die bis zum 31.12.2003 neu in die Lehrlingsrolle eingetragen wurden. Dies bedeutet eine Steigerung der „stabilen Ausbildungsverhältnisse“ - also der Lehrverträge, die nicht innerhalb der Probezeit wieder aufgelöst wurden – um 22 bzw. um 0,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders erfreulich stellte sich die Situation in der Region Hannover dar. Hier nahm die Zahl der neuen Lehrverträge sogar um 6,76 % zu.

Erfreulich ist auch, dass sich seit 1999 erstmals die Zahl der Ausbildungsstätten wieder positiv entwickelt hat. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe stieg zum 31.12.2003 von 4.950 auf 5.173. Das entspricht einem Plus von 4,5 %. „Die vielfältigen Bemühungen der Handwerkskammer Hannover, Betriebe, die bislang nicht ausgebildet haben, anzusprechen und zur Bereitstellung von Lehrstellen zu motivieren, hier Früchte getragen,“ erklärte dazu Hauptgeschäftsführer Jans-Paul Ernsting. „Das bestätigt erneut unsere Auffassung, dass eine Ausbildungsplatzabgabe weder sinnvoll noch notwendig ist.“
Von einer Trendwende bezogen auf die Gesamtzahl der Ausbildungsverhältnisse im Kammerbezirk kann allerdings immer noch nicht die Rede sein. Zum 31.12.2003 waren in der Lehrlingsrolle insgesamt 10.433 Verträge eingetragen (Vorjahr: 10.943). Das sind rd. 4,7 % weniger als im Vorjahr. Insbesondere die Handwerksgruppe Holz hatte starke Einbußen zu verkraften. Hier lag die Zahl der Ausbildungsverhältnisse um 15,6 % niedriger als im Vorjahr. Auch bei den Bekleidungshandwerken gingen die Lehrstellen stark zurück (- 9 %).

Mehr als 60 % der Lehrlinge des Handwerkskammerbezirks Hannover werden in der Region Hannover ausgebildet (6.343), davon sind 1.430 weiblich und 455 ohne deutsche Staatsbürgerschaft.

Positiv haben sich die Zahlen der handwerklichen Auszubildenden entwickelt, die einen Realschul- oder Fachoberschulabschluss (33,3 %, Vorjahr: 32,1) bzw. einen Gymnasial oder Fachschulabschluss (6,7 %; Vorjahr 4,9 %) mitbringen. Auch hier sind die Bemühungen der Handwerkskammer Hannover, leistungsstärkere Jugendliche für das Handwerk unter dem Stichwort „Karriere mit Lehre“ zu interessieren offenbar von ersten Erfolgen gekrönt.
Bezogen auf die Gesamtzahl der Ausbildungsverhältnisse ist die Zahl der ausländischen Lehrlinge 2003 auf 5,8 % zurückgegangen. Dabei stellen die Türken mit 234 Jugendlichen (2,2 %) gefolgt von 78 Jugendlichen aus dem ehemaligen Jugoslawien (0,8 %) die stärkste Gruppe. Leicht zurückgegangen ist auch der Anteil weiblicher Auszubildender (2002: 21,7 %; 2003: 21,4 %).

Wenig Veränderungen gab es bei der Liste der beliebtesten Ausbildungsberufe. An der Spitze der Top-Ten bei den Jungen steht nach wie der Kraftfahrzeugmechaniker/Kraftfahrzeugmechatroniker. Dann folgen die Elektroinstallateure sowie die Maler und Lackierer. Die Hitliste der Mädchen wird weiterhin angeführt vom Friseurhandwerk. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Bäckereifachverkäuferinnen sowie die Bürokauffrauen.

Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Sabine Wilp

online seit 02. Mrz 2006, aktualisiert am 02. Mrz 2006

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