Die hannoversche Goldschmiedin Jutta Arndt erhält den Staatspreis für das gestaltende Handwerk

Hannover, 30. Januar 2004.- Am heutigen Freitag hat der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Walter Hirche, die hannoversche Goldschmiedin Jutta Arndt mit dem Staatspreis für das gestaltende Handwerk Niedersachsen 2003/2004 ausgezeichnet. Mit dem mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde das Lebenswerk von Jutta Arndt gewürdigt.

Jutta Arndt wurde 1945 in Schwerte geboren. 1962 begann sie ihre Goldschmiedelehre, ihre Gesellenjahre absolvierte sie bei Bucherer in Luzern. Es folgten der Besuch der Werkkunstschule Köln und Wuppertal. Seit dem Examen ist sie freiberuflich tätig mit einer längeren Unterbrechung in den Jahren 1991 bis 1997. Die Exponate der vielfach ausgezeichneten Goldschmiedin überzeugten die fünfköpfige Staatspreisjury in hohem Maße. Es sind nicht die großen Formen, die Jutta Arndts Arbeiten auszeichnen. Filigran kommt ihr Schmuck daher, oftmals sogar ein wenig „sophisticated“, denn sie liebt das Spiel mit Klassik und Antike. Simple Paketschnüre, Schmucksteine und äußerst minimierte Edelmetall-Komponenten in exzellenter Verarbeitung fügen sich auf diese Weise zu Schmuckobjekten von großer Ausdruckskraft.

Neben dem Staatspreis wurden auch zwei jeweils mit 2.500 Euro dotierte Förderpreise für das gestaltende Handwerk in Niedersachsen vergeben. Bei der Auswahl der Förderpreisträger spielten neben der herausragenden Formgebung insbesondere die innovative und experimentelle Gestaltungskraft eine entscheidende Rolle.

Der erste Förderpreis geht an Jörg Ulrich und Karola Mittelstaedt, die seit vielen Jahren in Nordstemmen in einer Werkstattgemeinschaft zusammenarbeiten. Das bevorzugte Material des Förderpreisduos Ulrich/Mittelstaedt ist Holz. Die beiden Diplomdesigner, bei denen der Tischler- und der Drechslerberuf die Basis ihres Tuns bilden, fertigen Produkte von hoher Gebrauchstauglichkeit und guter ungewöhnlicher Form. Besonders positiv wurde von der Jury ein Tisch bewertet, der durch sensibel eingesetzte alte Hölzer besticht. Aber auch die Kleinserien wie Schreibgeräte, Gartenbänke, Möbel und Gefäße wurden von den Juroren als preiswürdig bewertet.

Den zweiten Förderpreis vergab Minister Hirche an Uwe Spiekermann, Steinbildhauermeister aus Langenhagen. Er macht mit ungewöhnlich gestalteten Grabsteinen auf sich aufmerksam. Seine handwerkliche Beherrschung des Materials Stein und der Mut, unkonventionelle Materialien in seinen Werkprozess einzubinden und formale Experimente zu wagen, bestärkte die Jury darin, Uwe Spiekermann mit dem Förderpreis auszuzeichnen.

Der Staatspreis und die Förderpreise für das gestaltende Handwerk in Niedersachsen werden seit 1958 in regelmäßigen Abständen vergeben. Mit diesem Preis werden herausragende Ergebnisse handwerklicher Formgebung und innovative Gestaltungskraft ausgezeichnet. Ziel der Auszeichnung ist es, durch Beispiel und Hervorhebung Anreize zu schaffen, um handwerklicher Formgebung den Stellenwert einzuräumen, den sie verdient.

Alle Wettbewerbsarbeiten sind vom 31. Januar bis zum 28. Februar 2004 in einer Ausstellung in der Handwerksform Hannover zu sehen.

Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Sabine Wilp

online seit 02. Mrz 2006, aktualisiert am 02. Mrz 2006

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