Viele Standbeine

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Der Zweiradmechaniker und ehemaliger Rennfahrer Michael Lohmann begreift technische Innovationsentwicklung als lukrative Nische, um seinen Betrieb auch im Winterhalbjahr in Schwung zu halten. Darüber hinaus pflegt er die Rennteambetreuung als weiteres Standbein.

Es begann vor drei, vier Jahren. Ein Kunde brachte Michael Lohman auf die Idee. Er hatte drei Finger an der rechten Hand verloren und wollte dennoch nicht auf sein Hobby, das Motorradfahren, verzichten. Daraufhin entwickelte und baute der Zweiradmechaniker Lohmann eine digital gesteuerte Kupplung, die ganz leicht mit der linken Hand per Knopfdruck bedient werden kann. Sozusagen als Abfallprodukt dieser Idee vermindert die innovative Kupplung auch das Unfallrisiko, da die digitale Steuerung des Kuppelns und der Schaltvorgänge weniger ruckhaft vonstatten geht und der Fahrer besser Kontrolle über sein Motorrad behält. So ist quasi ein halbautomatisches Zweirad entstanden.

Diese Nebenwirkung war es auch, die den ehemaligen Rennfahrer gleich zur nächsten Forschungsaufgabe animierte. Mit dem Partnerunternehmen Silent Hektik aus Unna will er in den nächsten zwei Jahren eine elektronische Steuerung für Motorräder entwickeln, die den gesamten Antriebsstrang automatisch regelt, dass heißt Impulse aufnimmt und verarbeitet, um in Gefahrensituationen auf das gesamte Motormanagement regelnd Einfluss zu nehmen. Beispielsweise werden die Motorkraft rechtzeitig reduziert oder automatisch definierte Schaltvorgänge eingeleitet. Ziel dabei ist die Verbesserung der Fahrsicherheit und die Minimierung des Unfallrisikos. Diese Neuentwicklung ist auch als Patent angemeldet.

"Die letzten Jahre waren auch für das Motorradgeschäft sehr schwierig. Da ich auch im Winterhalbjahr meine hoch qualifizierten Leute nicht entlassen will, ist die Entwicklung von technischen Innovationen eine Möglichkeit, Arbeitsplätze zu erhalten", erläutert der 52-jährige Lohmann, der seit 1978 selbständig ist und seit 1987 in Langenhagen die Marke Kawasaki vertritt. Solch große Investitionen in Forschung und Entwicklung kann er selbstverständlich nicht ganz allein tragen. Bei der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen, die vom Bundeswirtschaftsministerium getragen wird, hat er Fördergelder beantragt und bekommen.

Aus seiner Vergangenheit als Rennfahrer und Teamchef bei 24-Stunden-Rennen hat sich eine weitere lukrative Nische entwickelt, nämlich für den Rennsport nach individuellen Kundenwünschen Motoren umzurüsten und zu tunen. "In diesen Zeiten muss man auf mehreren Füßen stehen, voll auf Qualitätsarbeit setzten und einen exzellenten Service bieten", ist Lohmann überzeugt. (see, 16.03.2005)

online seit 07. Mrz 2006, aktualisiert am 08. Mrz 2006

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