Weltweit im Einsatz

Die Planung, Ausführung und Wartung von elektrotechnischen Anlagen sind das Metier von Elektroinstallateurmeister Klaus Deiters aus Immensen. Und zwar weltweit. Hotels, Brauereien, Botschaftsgebäude stehen ebenso auf seiner Referenzliste wie Schulen, SOS-Kinderdörfer oder Flugplätze. Das Geschäft boomt und könnte noch besser laufen, wenn deutsches Fachpersonal flexibler wäre.

"1.650 Flugkilometer, weiter ist Moskau nicht von Hannover entfernt." Klaus Deiters weiß, wovon er spricht, denn er ist die Strecke schon oft geflogen. „Aber in vielen Köpfen existiert wohl noch immer der eiserne Vorhang, und auch mit der Flexibilität deutscher Fachkräfte steht es nicht zum Besten. Sonst wäre es nicht so schwer, qualifiziertes Personal für meine Projekte in Russland zu finden." Am Geld kann es jedenfalls nicht liegen, denn die Bezahlung ist ausgesprochen gut, das macht Deiters deutlich. Er ist überzeugt, dass deutsche Handwerker einfach noch nicht global denken. "Wenn sie mal sechs Wochen am Stück ins Ausland sollen, dann ist ihnen das einfach zuviel. Da nehmen sie lieber Arbeitslosigkeit in Kauf und hoffen, dass die Konjunktur in ein paar Jahren wieder anspringt und alles besser wird."

Dass der 1957 in Lehrte geborene und im Ortsteil Immensen aufgewachsene Elektroinstallateurmeister einmal den Löwenanteil seines Jahresumsatzes im Ausland erzielen würde, das war ihm sicher nicht in die Wiege gelegt. Vor 18 Jahren übernahm er die von seinem Vater 1953 gegründete Firma Elektro Deiters. Nur wenige Jahre später begann er, seine Geschäftstätigkeit immer stärker ins Ausland zu verlegen. Er baute elektrotechnische Anlagen für ein Krankenhaus in Armenien, leistete Aufbauarbeit im Kosovo, erstellte die Elektroanlagen für SOS-Kinderdörfer in Tansania, war auf den Kanaren und in Ägypten tätig.

Seit Beginn der 90er Jahre ist Deiters mit der von ihm gegründeten Elcon GmbH vorwiegend in Russland tätig. Die elektrotechnischen Anlagen der Servicestation für Porsche und Mitsubishi Rolf Chimki und der Deutschen Botschaft in Moskau stammen ebenso von ihm wie die in der Brauerei Almaty Sosnadar in Kasachstan, bei SAB in Kaluga, bei Heiniken in Sankt Petersburg sowie in Moskau im Hotel Hilton oder im Russischen Patentamt. Mittlerweile sind es weit über 300 Aufträge, die im Ausland ausgeführt wurden.

Rund 300 Mitarbeiter sind mittlerweile für die Elcon GmbH tätig. 12 westeuropäische Planer und Projektleiter sowie 280 russische Monteure. Am Stammsitz in Immensen arbeitet nur eine kleine Kernmannschaft, die aus sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besteht. Ihre Tätigkeit beschränkt sich im Wesentlichen auf die Bestellung, den Transport und die Zwischenlagerung von Material, das von Deutschland ins Ausland verschickt wird. Auch die Buchhaltung wird in Deutschland geführt.

"Man muss halt dahin gehen, wo die Märkte sind", meint der 47jährige, der mittlerweile mehr Zeit im Ausland verbringt als in Deutschland. "2004 waren es gerade einmal 60 Tage, die ich in Deutschland verbracht habe." Seine Familie, Ehefrau Elke und seine drei kleinen Kinder tragen es mit Fassung. "Sie sind es nicht anders gewohnt, und so weit weg ist Moskau ja auch nicht. Gerade mal zwei Flugstunden." Für den Vielflieger Deiters eine Kleinigkeit. (sw, 01.02.2005)

online seit 08. Mrz 2006, aktualisiert am 08. Mrz 2006

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