Gegen den Billigtrend

Bäckermeister Frank EkkengaLupe
Zunehmende Konkurrenz macht Bäckermeister Ekkenga in Hannover-Herrenhausen das Leben schwer. Deshalb setzt er jetzt mit seiner neuen Filiale in der Niki-de-Saint-Phalle-Passage in Hannover auf die Premiumvariante, verkauft hochwertige Backwaren zum Teil nach historischen Rezepten in elegantem Ambiente.

Er hat sich einiges ausgedacht, um seinen Kunden etwas Neues und zugleich traditionell hochwertige Backnaschwerke zu bieten. Für alte Rezepte interessiert sich Frank Ekkenga schon lange, nun hat er eine Filiale eröffnet, in der er Leckereien von vor 100 Jahren und von heute an den Mann oder die Frau bringt. "Ich probiere oft etwas Neues aus, manchmal zur Verzweiflung meiner Frau, wenn sie mit dem Preisschildauszeichnen nicht mehr hinterher kommt", lacht der 39-jährige Bäckermeister.

Seine drei bisherigen Filialen in Hannover-Herrenhausen bekommen immer mehr Konkurrenz. Ein neues Cafe und zwei weitere Bäcker in geplanten Einzelhandelsgeschäften in unmittelbarer Nähe verschärfen den Wettbewerb. Ekkenga befürchtete Absatzeinbußen und ging Anfang des Jahres auf die Suche nach Möglichkeiten, den Umsatz zu steigern, um seine 22 Mitarbeiter und zwölf Auszubildende auch in Zukunft halten zu können.

"Die Billigvariante kommt für mich nicht in Frage. Wir backen ohne eine einzige Fertigmischung, ich setze Sauerteig selber an, beziehe mein Mehl nur aus der Region und verwende keine Zusatzstoffe", erläutert der gelernte Bäcker und Konditor. Diese Stärken will er weiter ausbauen, und seinen Kunden – auch live - vor Augen führen.

Zu dieser 1a-Qualität passe nur eine 1a-Lage, ist Ekkenga überzeugt. So war er froh, dass er relativ schnell auf die Räume in der neu gestalteten Niki-de-Saint-Phalle-Passage unter dem hannoverschen Hauptbahnhof stieß. Zusätzlich zur gewohnt hohen Qualtät seiner Backwaren können die Kunden auch die außergewöhnliche Ausstattung und das erweiterte Sortiment genießen.

"Ich beschäftige mich schon lange mit der Epoche des Jugendstils, so habe ich die neue Filiale mit Bleiglasfenstern und Lampen aus dieser Zeit ausgestattet. Das passt gut zur feineren Geschmacksschiene. Das Sortiment ist erweitert um viele moderne Snacks. Aber auch traditionelle Cremeschnitten und das größte Sortiment von belegten Plundern in Hannover erfreuen alle Geschmäcker", sagt Ekkkenga, der schon in ganz Deutschland tätig war, sogar beim Starkonditor Müller in München.

Weiterer Anziehungspunkt ist die Tatsache, dass Ekkenga vor Ort die Kunst seines Handwerks demonstriert. Im Verkaufsraum stehen die Hochleistungsöfen, so dass Ekkenga hier jeden Tag live seine Plunder knetet, belegt und backt oder auch schon einmal eine vierstöckige Hochzeitstorte mit Blattgold wie vor hundert Jahren verziert. Da bleiben die Vorübergehenden stehen und staunen nicht schlecht.

"Die Kunden bekommen bei mir für 10 bis 20 Cent mehr eine Schnecke oder einen Berliner, die nicht durch Backtriebmittel künstlich aufgeblasen sind. Sie sind gehaltvoller, bekömmlicher und schmecken besser als die Billigprodukte aus Fertigteig, der aus Osteuropa lange Wege zurück legt", erläutert Ekkenga, der mit Leib und Seele Bäckermeister ist. (see, 26.06.2007)

 

online seit 26. Jun 2007, aktualisiert am 26. Jun 2007

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