Job-Gipfel muss Entlastungen für das Handwerk bringen

Hannover, 17. März 2005.- Die Erwartungen des Handwerks an den Job-Gipfel sind hoch. „Es ist jetzt an der Zeit, dass beide Seiten gemeinsam Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass in Deutschland wieder neue Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen,“ meint Dipl.-Kfm. Jans-Paul Ernsting, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover. „Daher darf es aus unserer Sicht nicht bei einem einmaligen Zusammentreffen bleiben. Der Job-Gipfel sollte vielmehr der Auftakt für eine Serie von Gesprächen sein, damit auch die Umsetzung von Maßnahmen sofort in Angriff genommen werden kann.“

Nach Ansicht des Kammerhauptgeschäftsführers besteht vor allem in folgenden Bereichen dringender Handlungsbedarf, wenn es wieder zu mehr Beschäftigung in Deutschland kommen soll:


1. Lohnzusatzkosten

Die viel zu hohen Lohnzusatzkosten treffen das arbeitsintensive Handwerk besonders hart, deshalb ist aus Sicht des Handwerks eine grundlegende und rasche Sanierung der sozialen Sicherungssysteme unabdingbar. Die reguläre Arbeit muss kostengünstiger werden.


2. Steuern

Wir brauchen ein einfacheres und effizienteres Steuersystem und eine geringere Steuerbelastung für mittelständische Betriebe. Nicht entnommene Gewinne in Personenunternehmen und Kapitalgesellschaften bis zu 100.000 Euro jährlich sollten steuerfrei gestellt werden, wenn sie wieder investiert werden.


3. Arbeitsmarkt

Das Handwerk fordert die Politik dazu auf, die unfaire Konkurrenz auf dem zweiten Arbeitsmarkt durch Ein-Euro-Jobs, AB-Maßnahmen oder Ich-AGs so schnell wie möglich zu beenden. Darüber hinaus sollte der weitgehend ineffizienten Instrumentenkasten der Arbeitsmarktpolitik radikal verkleinert und das Einsparpotenzial in vollem Umfang kurzfristig zur deutlichen Beitragssenkung verwendet werden. Außerdem brauchen wir weitere Flexibilisierungen des Arbeitsmarktes, wenn das Handwerk weiterhin seiner Rolle als Arbeitgeber und Ausbilder Nr. 1 in Deutschland gerecht werden soll.


4. Bildung

Angesichts der Tatsache, dass junge Menschen oftmals nicht reif für die Ausbildung sind, wenn sie die Schule verlassen, brauchen wir nicht nur einen Ausbildungspakt, sondern einen nationalen Bildungspakt, um den zukünftigen Fachkräftebedarf sichern zu können.


Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Sabine Wilp

online seit 21. Feb 2006, aktualisiert am 21. Feb 2006

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