Bis es ganz unsichtbar ist
Seit den 80er Jahren entwickelt Henning Bruckhoff winzige Hörgeräte, die heute in einen Brillenbügel passen. Mit diesen Nischenprodukten und individuellen Anfertigungen, die er weltweit verkauft, behauptet sich Bruckhoff als kleiner Hörgeräteproduzent gegenüber den drei großen Mitbewerbern in Deutschland.
Seit mehr als 45 Jahren forscht Henning Bruckhoff nun schon auf dem Gebiet der Hörgeräteakustik. Zuerst als Entwickler in der Industrie, dann als Hörgeräteakustikermeister mit eigenem Betrieb. Und seine Begeisterung für die technischen Möglichkeiten hat nie abgenommen. „Niemand trägt gern ein Hörgerät, deshalb ist unser Ziel, ein Hörgerät zu entwickeln, dass unsichtbar ist“, erzählt Bruckhoff. Was sich wie ein Ding der Unmöglichkeit anhört, ist für den Technikbegeisterten nur eine Weiterentwicklung seiner Hörbrille, die er seit den 80er Jahren immer weiter in Technik, Funktionalität und Design verfeinert hat.
Dezent und winzig ist das Hörgerät in den Brillenbügel integriert, so dass es kaum erkennbar und für den Träger auch kaum spürbar ist. „Denn letztlich orientiert sich die Technik an den Bedürfnissen des Menschen, den wir mit unseren Produkten zufrieden stellen möchten“, sagt Bruckhoff. Und praktisch soll es auch sein, daher ist die neueste Verbesserung ein Click-System, mit dem das Hörgerät einfach von der Brille abgezogen werden kann – zur Reparatur oder wenn es an die Zweit- oder Lesebrille gesteckt werden soll.
Mit seinen 17 Mitarbeitern ist Bruckhoff Hannover „der einzig ernstzunehmende kleine Hörgerätehersteller in Deutschland“, sagt der Unternehmer ganz unbescheiden. Seine Ingenieure, Meister und Techniker entwickeln eigene Produkte in kleinen Stückzahlen und denken sich Innovationen für die drei großen Hörgerätehersteller aus. „In den Nischen, die sich für die Großen nicht lohnen, haben wir uns profitabel eingerichtet“, erläutert Bruckhoff. Selbst ganz individuelle Problemlösungen sind in Bruckhoffs Werkstatt an der Tagesordnung.
Die eigenen Entwicklungen verkauft Bruckhoff zu Zweidrittel ins Ausland, weil er hier mit Firmen zusammenarbeitet, die ein großes Vertriebsnetz haben. „Als kleiner Betrieb haben wir leider nicht die finanziellen Mittel, um ausreichend Marketing zu betreiben und viele Außendienstmitarbeiter zu beschäftigen“, sagt der Hobbysegler. Ansonsten könnte er seinen Umsatz deutlich vergrößern, ist Bruckhoff überzeugt.
Auf jeden Fall sieht er noch so viel Entwicklungspotential bei den Hörgeräten, dass der 70-jährige Hörgeräteakustikermeister bis auf weiteres weitermachen will, wenn er denn nebenbei genug Zeit für das Segeln behält. (see, 09.04.2010)