Handwerkskammerpräsident Walter Heitmüller warnt vor Kostenexplosion bei Landtagsneubau

Hannover, 11. März 2010.- In einem Brief hat sich jetzt der Präsident der Handwerkskammer Hannover, Walter Heitmüller, an die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen gewandt. Im Vorfeld der Sitzung, in der über den Landtagsneubau entschieden werden soll, äußerte er seine Bedenken, dass das Budget in Höhe von rd. 40 bis 45 Millionen Euro seiner Einschätzung nach bei weitem nicht ausreichen werde, um einen Neubau etwa des ersten Wettbewerbsentwurfs und alle damit zusammenhängenden notwendigen Veränderungen zu realisieren. Ihm sei es wichtig, auf diesen Tatbestand frühzeitig hinzuweisen, um so zu verhindern, dass etwaige Budgetüberschreitungen später den ausführenden Firmen angelastet würden.

 

Ganz bewusst verzichtete Heitmüller darauf, die Wettbewerbsentwürfe für einen neuen Landtag zu kommentieren oder zu werten. „Es ist Sache der Architekten und Designer, die gestalterische Qualität zu beurteilen, nicht der Handwerker,“ erklärte er. Dabei machte er aber auch deutlich, dass ihm als gebürtigem Hannoveraner, der miterlebt habe, wie der Oesterlen-Bau entstand und der etliche Jahre lang mit seinem Unternehmen für die Bauunterhaltung dieses Gebäudes zuständig gewesen sei, der Gedanke eines Abrisses mit großer Wehmut erfülle.

 

Baugeschichte sei eben immer auch Kulturgeschichte, so der Kammerpräsident. Bauwerke spiegelten die Verhältnisse der jeweiligen Zeit wider, und es gehöre zu den Verpflichtungen, die eine Gesellschaft gegenüber künftigen Generationen wahrzunehmen habe, dieses kulturelle Erbe zu erhalten. Der Oesterlen-Bau sei ein herausragendes bauliches Zeugnis der damals noch jungen Demokratie in Niedersachen, das es seiner Meinung nach auf jeden Fall verdiene, erhalten zu werden.

 

Abschließend erklärte Heitmüller, dass dies natürlich nicht bedeute, dass alles so bleiben müsse, wie es jetzt sei. Ein umfassender Umbau und eine gründliche Sanierung sei längst überfällig, damit die Abgeordneten des niedersächsischen Landtages Arbeitsbedingungen erhalten, die der Würde des Parlaments angemessen sind.

 

 

online seit 11. Mrz 2010, aktualisiert am 11. Mrz 2010

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