Bilanz 2009 des Handwerks im Handwerkskammerbezirk Hannover ist allenfalls durchwachsen
Hannover, 06. Mai 2010.- „Die Bilanz 2009 des Handwerks im Kammerbezirk Hannover ist allenfalls als durchwachsen zu bezeichnen.“ Das machte der Präsident der Handwerkskammer Hannover, Walter Heitmüller, bei der heutigen Frühjahrsvollversammlung deutlich. Zwar habe die globale Banken- und Finanzkrise für das Handwerk nicht ganz so negative Auswirkungen gehabt, wie befürchtet. Aber natürlich hätten die Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Hannover auch Federn gelassen.
Rückgänge bei Umsatz und Beschäftigten
So mussten die 18.168 Mitgliedsbetriebe 2009 ein Minus von 3,5 Prozent beim Umsatz hinnehmen, trotz der konjunkturellen Belebung, die sich seit Herbst 2009 bemerkbar gemacht habe. Der Rückgang bei den Beschäftigten sei hingegen mit 1,5 Prozent noch relativ moderat ausgefallen. Danach waren am 31.12.2009 im Handwerk des Kammerbezirks Hannover 103.590 Menschen beschäftigt.
Heitmüller erklärte, dass 2010 nicht mit einer grundlegenden Änderung zu rechnen sei. Es bestünden weiterhin erhebliche Unsicherheiten. Der lange und harte Winter habe zudem die Hoffnungen auf eine rasche und nachhaltige Erholung zunichte gemacht. Die Konsumneigung der Verbraucher sei nach wie vor nur schwach ausgeprägt.
Geschäftslage im 1. Quartal 2010 leicht verbessert
Gleichwohl habe die Konjunkturumfrage des ersten Quartals 2010 gezeigt, dass sich die Geschäftslage im Gesamthandwerk des Kammerbezirks leicht verbessert habe. Nach wie vor sei aber die Auftrags- und Umsatzentwicklung negativ - trotz guter Kapazitätsauslastung.
Umso wichtiger sei es daher, dass die öffentlichen Investitionen und die Förderung der Energetischen Gebäudesanierung auch in diesem Jahr wieder kräftige Impulse setzen. Darüber hinaus forderte der Handwerkskammerpräsident, dass das Zusätzlichkeitskriterium bei den öffentlichen Investitionen nicht aufgeweicht werden dürfe. Er machte sich zudem für eine Fortschreibung der höheren Wertgrenzen für beschränkte Ausschreibungen und freihändige Vergaben stark. Nur so könnten die von der Bundesregierung initiierten Konjunkturprogramme die beabsichtigten Effekte erzielen.
Bildung ist eines der wichtigsten Schlüsselthemen für das Handwerk
Mit Blick auf den neuen Kultusminister Dr. Bernd Althusmann, der an der Vollversammlung als Ehrengast teilnahm, machte Heitmüller deutlich, dass Bildung für das personalintensive Handwerk eines der wichtigsten Schlüsselthemen sei. Allerdings werde es für das Handwerk immer schwieriger, geeignete Nachwuchskräfte zu finden.
Dies zeigten auch die rückläufigen Ausbildungszahlen. Am Stichtag 31. Dezember 2009 waren 9.433 junge Menschen in der Lehrlingsrolle der Handwerkskammer Hannover eingetragen. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Rückgang um 3,7 Prozent. Darüber hinaus habe eine aktuelle Umfrage unter den niedersächsischen Handwerksbetrieben ergeben, dass bereits heute ein Viertel aller Lehrstellen unbesetzt bleibe.
Dies könne für das Handwerk ganz erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen, so der Kammerpräsident. Jeder nicht besetzte Ausbildungsplatz bedeute mittel- und langfristig, dass Facharbeiterstellen nicht mehr adäquat besetzt werden können, dass die Betriebsnachfolge nicht gesichert werden kann und dass – im schlimmsten Fall – in bestimmten Regionen sogar mit Versorgungsengpässen bei handwerklichen Produkten oder Dienstleistungen zu rechnen sei.
Handwerk bietet gute Perspektiven für junge Menschen
Wie wichtig es daher sei, Talente für das Handwerk zu gewinnen, auszubilden und dauerhaft an sich zu binden, das machte Kammerhauptgeschäftsführer Jans-Paul Ernsting in seinem Jahresbericht deutlich. Ein Baustein bei diesen Bemühungen sei die Imagekampagne des deutschen Handwerks, die im Januar 2010 unter dem Motto „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan.“ gestartet worden sei.
„Uns geht es dabei vor allem darum, jungen Menschen deutlich zu machen, dass das Handwerk gute Zukunftsaussichten und Perspektiven bietet, die viel weiter führen, als mancher denkt,“ so Ernsting.
Darüber hinaus gebe es bei der Handwerkskammer Hannover eine Vielzahl von Projekten zur Gewinnung von Talenten – angefangen vom neuen Ausbildungsportal bis hin zum Beratungszentrum Bundeswehr – Wirtschaft, das die Kammer vor einigen Wochen aus der Taufe gehoben habe. In diesem Zusammenhang wies Ernsting auch darauf hin, dass der größte Teil des Kammerhaushalts für Bildungsmaßnahmen und Investitionen in die Bildungseinrichtungen ausgegeben werde.
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- Jahresbericht 2009 (
2884 kB) - Frühjahrsvollversammlung 2010: Rede des Präsidenten Walter Heitmüller (
60 kB) - Frühjahrsvollversammlung 2010: Rede des Hauptgeschäftsführers Jans-Paul Ernsting (
61 kB)
online seit 06. Mai 2010, aktualisiert am 06. Mai 2010
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