Konjunktur im Handwerk im I. Quartal 2005: Kein Ende der Dauerkrise am Bau, aber Stabilisierung bei den handwerklichen Zulieferern

Hannover, 29. März 2005.- Die Konjunktur im hannoverschen Gesamthandwerk zeigt sich zu Beginn dieses Jahres gegenüber den Vorjahresquartalen in geringfügig besserer Verfassung. Auftrags- und Umsatzrückgänge fielen weniger drastisch aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Geschäftsklimaindex stieg entsprechend um 1,5 Punkte auf 31 Indexpunkte. Dies entspricht dem Wert des I. Quartals 2003 und mit optimistischer Einstellung lässt sich vermuten, dass die Talsohle im Gesamthandwerk durchschritten ist. Ähnliche Signale ließen sich schon aus den Konjunkturparameter des Herbstes 2004 ablesen.

Die negative Auftragsentwicklung hat deutlich an Dynamik verloren. So meldeten in der aktuellen Umfrage der Kammer 56 % der Betriebe ein Auftragsminus, dem steht immerhin ein Anteil von 13 % gegenüber, der in volleren Auftragsbüchern blättern konnte. Die Umsatzentwicklung im Gesamthandwerk zeigt ein ungünstigeres Bild. Der Preisüberwälzungsgrad hat sich nach Auskunft der befragten Betriebe im Kammerbezirk deutlich verbessert. Der Anstieg der Einkaufspreise verlief im Berichtsquartal moderater als in den Vorjahresquartalen, aber auch bei den Verkaufspreisen trat eine Beruhigung ein.
Abermals negativ verlief die Investitionstätigkeit; wobei das Bauhandwerk die geringste Investitionsbereitschaft zeigte. Eine unveränderte Investitionstätigkeit meldete keine Handwerksbranche. Die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen verlief gleichfalls negativ und gegenüber den Vorjahresquartalen mit zunehmender Dynamik. Die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten ist gegenüber dem Vorjahresquartal ebenfalls zurückgegangen, allerdings in den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich. Gemessen am Gesamthandwerk deutlich unterdurchschnittlich ausgelastet waren das Bauhandwerk und die Gesundheitshandwerke, die restlichen Branchen haben zugelegt.

Nach den Prognosen der befragten Betriebe im Bezirk der Handwerkskammer Hannover ist eine weitere Verbesserung der konjunkturellen Entwicklung im Kammerbezirk nicht in Sicht. Besonders skeptisch blicken das Bauhandwerk und die Gesundheitshandwerke ins kommende Quartal. Gleichwohl erwartet das Bauhandwerk angesichts der saisonalen Komponente, die in der Regel im Sommer eines Jahres jeweils zum Tragen kommt, bessere Geschäftsergebnisse als im abgelaufenen Quartal. Abermals gute Geschäftsergebnisse erhoffen sich die handwerklichen Zulieferer.

Die in diesem Quartal durchgeführte Regionalanalyse zeigt eine konjunkturelle Abschwächung – wenngleich auch mit unterschiedlicher Ausprägung – in den Landkreisen Diepholz (26,5 Indexpunkte) und Nienburg (20 Punkte) sowie in der Landeshauptstadt Hannover (26 Punkte). Während die Landkreise Diepholz und Nienburg über viele Jahre eine überdurchschnittliche Konjunktur aufwiesen, ist dies nunmehr insbesondere im Landkreis Nienburg nicht mehr der Fall. Am günstigsten bewerten gegenwärtig die Betriebe des Landkreises Schaumburg ihre Geschäftslage (43 Indexpunkte), gefolgt von den Betrieben in der Region Hannover (34 Punkte) und Hameln-Pyrmont (30,5 Punkte). Die Beurteilung der Konjunktur hängt abermals eng mit der regionalen Auftragsentwicklung und mit der Auslastung der betrieblichen Kapazitäten zusammen. Die Erwartungen hinsichtlich des weiteren Konjunkturverlaufes sind insbesondere im Landkreis Nienburg angesichts erwarteter Auftragseinbrüche äußerst verhalten.

* Der Geschäftsklimaindex ist die Summe der prozentualen Anteile der befragten Betriebe, die eine gute (Gewichtung = 1) bzw. eine befriedigende Geschäftslage (Gewichtung = 0,5) meldeten.

Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Sabine Wilp

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online seit 22. Feb 2006, aktualisiert am 22. Feb 2006

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