In große Fußstapfen getreten ohne auszurutschen

Steinmetzbetrieb LeichsenringLupe
Die Geschwister Leichsenring haben 2006 den über hundert Jahre alten Steinmetzbetrieb in Hannover vom Vater übernommen. Durch geschickte Aufteilung der Aufgaben und einige neue organisatorische Weichenstellungen haben sie sich für zukünftige Herausforderungen bestens gerüstet.

So etwas kann man eine Bilderbuchübernahme nennen: Der Vater hat seine Kinder durch die leidenschaftliche Ausübung seines Berufes, aber ohne Zwang für das Handwerk und die Selbstständigkeit begeistern können. Tochter und Sohn machen beide die Ausbildung im väterlichen Betrieb. Die Tochter sieht sich noch ein wenig in der Welt um, studiert Bauingenieurwesen und macht noch ein Aufbaustudium Bauunterhaltung in Berlin. Der Sohn bleibt im Betrieb, wächst in alle Bereich langsam herein, entdeckt sein Interesse an der betriebswirtschaftlichen Leitung des Betriebs, steht in der Werkstat seinen Mann und kümmert sich um die Aufträge für den Part Grabmale.

Dann musste es doch schnell gehen. Der Vater wird krank und die Kinder übernehmen früher als erwartet, aber ohne größere Übergangsprobleme den Steinmetzbetrieb Leichsenring in Hannover-Lahe, einen alteingesessenen Betrieb mit sieben Mitarbeitern. „Unser Vater hat die Übergabe so lange und gut vorbereitet, dass wir in seine Fußstapfen treten konnten ohne auszurutschen", erzählt Jan Leichsenring. Kleinere Hürden wurden mit Hilfe des Steuerberaters und des Betriebsberaters der Handwerkskammer Hannover, Jörg Lahner, überwunden. „Das gute an dem Konzept der beiden Steinmetze ist, dass sie die Aufgaben strikt geteilt haben. Julia Leichsenring kümmert sich um die Baurestaurierung und Jan Leichsenring um die Werkstatt und die Grabmale", erläutert Lahner. Nur die Büroorganisation müssen selbstverständlich beide beherrschen, „hier sind wir dabei, die Arbeitabläufe abzustimmen und zu optimieren", lacht die 36-jährige Bauingenieurin.

Ansonsten sind sie ein eingespieltes Team. Julia Leichsenring holt die Aufträge in der Restaurierung rein, macht die Kalkulation und die Mitarbeiterplanung. „Zurzeit bearbeiten wir ein größeres Projekt: Alle Balkone auf der Rückseite des Welfenschlosses werden neu aus Sandstein herausgearbeitet. Jahrzehntelang wurde an der Konstruktion nichts gemacht, so dass jetzt nur noch ein kompletter Austausch neu gegen alt möglich war", sagt Leichsenring. Die Auftragslage ist mittlerweile so gut, dass der Bereich Restaurierung ungefähr 60 Prozent am Gesamtumsatz ausmacht.

"Wir ergänzen uns gut, von den Begabungen und Fähigkeiten, so dass unser Zusammenspiel schon fast optimal ist und wir sehr viel selbst machen können. Außerdem können wir als kleiner Betrieb mit einem sehr motivierten Team spontan und flexibel auf Kundenwünsche reagieren", fasst Julia Leichsenring die Vorzüge ihres Unternehmens zusammen. (see, 28.10.2009)

online seit 29. Okt 2009

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