Standhaft in der Krise

Udo FenskeLupe
Gerade die Industriezulieferbetriebe haben schwer mit der Konjunkturkrise zu kämpfen. Das merkt auch die Maschinen und Formenbau Leinetal MFL in Neustadt/Basse. Doch Geschäftsführer Udo Fenske ist zuversichtlich, dass es zum Jahresende wieder aufwärts geht.

Hochgeschwindigkeitsfräsen, 5-Achsdrehmaschinen, vollautomatische Fertigung in der Nachtschicht - das sind nur einige technische Highlights, die Udo Fenske voller Stolz bei einem Rundgang durch seine fast dreitausend Quadratmeter großen Hallen präsentiert. Zwanzig hochmoderne Werkzeugmaschinen für den Maschinen- und Formenbau, die zwischen 200.000 und 500.000 Euro kosten, fertigen unzählige Formen, Werkzeuge und Vorrichtungen, vom Flaschenkorken aus Kunststoff über U-Bootbatteriezellen bis zu komplizierten Werkzeugen oder Sondermaschinen für Zulieferer der Autoindustrie, für die Elektro- und Kunststoff- sowie die Medizin-, Konsum- und Verpackungsindustrie.

"Unser Vorteil ist die breite Streuung der Kunden quer durch wichtige Industriebranchen", erläutert Udo Fenske, Gründer und einer von drei Geschäftsführern bei der MFL. Doch leider sind alle Kunden von den Auswirkungen der schwersten Wirtschaftskrise seit Kriegsende betroffen. Daher schlägt die Absatzkrise der Industrie auch beim handwerklichen Zulieferer seit Februar 2009 voll zu. Von den 70 Mitarbeitern zu Jahresanfang konnte Fenske nur 50 halten, von denen noch eine ganze Reihe in Kurzarbeit ist. „Die zum Teil schlechte Zahlungsmoral hat sich nochmals extrem verschärft, so dass wir unsere Expansion der letzten Jahre in diesem Jahr nicht fortsetzen konnten", bedauert der 54-Jährige Chef. Bis dahin hatte MFL jedes Jahr mehrere 100.000 Euro in neue Maschinen investiert und Anfang letzen Jahres eine 1.500 Quadratmeter große Halle neu gebaut.

Da kam der mit 20.000 Euro dotierte Energieeffizienzpreis KMU gerade recht, den hannoverimpuls und der enercity-Fonds proKlima ausgelobt hatte. Prämiert wurde das vorbildliche Energiekonzept, das MFL mit dem Bau der neuen Halle umgesetzt hat. „Durch die Wärmerückgewinnung aus der Abwärme unserer Druckluftkompressoren sparen wir 75 Prozent unseres Energieverbrauchs ein", erläutert Fenske. Außerdem verbraucht MFL 50.000 Kilowattstunden Strom weniger pro Jahr durch neue elektronisch gesteuerte Umwälzpumpen und eine moderne Hallenbeleuchtung. „Das wir mit diesen relativ einfachen und wenig kostenintensiven Maßnahmen rund 15.000 Euro pro Jahr einsparen, hätte ich mir vorher nicht vorstellen können", sagt der 54-Jährige.

Mit den hochqualifizierten Mitarbeitern, dem hochmodernen Maschinenpark und der neuen „fließenden Arbeitsweise", die mit dem Hallenneubau eingeführt wurde, hat MFL sehr gute Voraussetzungen, auch eine längere Durststrecke zu überstehen. Fenske jedenfalls denkt positiv: „Zum Jahresende geht es bergauf!". (see, 12.11.2009)

online seit 12. Nov 2009

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