Handwerkskammer Hannover äußert Kritik am neuen Konzept der Berufsschulen in der Region Hannover

Hannover, 01. Juli 2004.- „Wir wurden beim Verfahren um die Neustrukturierung der Berufsschulen in der Region Hannover zwar angehört, aber nicht gehört,“ so das Fazit von Dr. Carl-Michael Vogt, Leiter der Abteilung Berufliche Bildung der Handwerkskammer Hannover, und er erklärt, dass die Kammer mit dem jetzt von der Regionsversammlung verabschiedeten Konzept nicht wirklich zufrieden ist.

Die Handwerkskammer beklagt, dass die Argumente des Handwerks, des größten Ausbilders im gewerblich-technischen Bereich, nicht genügend berücksichtigt worden seien. „Wir sind nicht generell gegen eine Bündelung und begrüßen natürlich einen effektiveren Einsatz von Geldmitteln,“ so Vogt. Der Kammer gehe es auch nicht vorrangig um die längeren Fahrzeiten, die nunmehr von einigern Schülerinnen und Schülern in Kauf genommen werden müssten. Auch wenn dies natürlich für die Betroffenen einen Nachteil darstelle.

Die Kritik setzt vielmehr tiefer an. Es ist insbesondere die Ausdünnung des Teilzeitangebots in den Umlandschulen, die der Kammer Sorge bereitet. Denn damit steht zu befürchten, dass noch mehr junge Menschen als bisher, auch nach dem Ende der regulären Schulzeit weiter zur Schule gehen werden statt eine betriebliche Ausbildung zu beginnen.

„Wenn Schulabgängerinnen und Schulabgängern künftig wählen können zwischen einer Vollzeitschule direkt vor der Haustür und einer betrieblichen Ausbildung mit einem weiter entfernten Berufsschulangebot, dann kann man sich leicht ausrechnen, wohin die Reise geht,“ erläutert der Bildungsfachmann der Kammer, und er weist darauf hin, dass auf diese Weise, das Ziel, Kosten einzusparen, jedenfalls nicht zu erreichen sei. Darüber hinaus blieben betriebliche Ausbildungsplätze dann unbesetzt und es sei nicht auszuschließen, dass sich Unternehmen dann zwangsläufig aus der Ausbildung ganz zurückziehen würden. Vor diesem Hintergrund regt die Handwerkskammer Hannover an, das Konzept für die Umlandschulen noch einmal zu überdenken.

Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Sabine Wilp

online seit 02. Mrz 2006, aktualisiert am 02. Mrz 2006

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