Alles öko - was sonst!

Manfred Dust, Chef der Vollkornbäckerei DoppelkornLupe

Vom Vollkorngetreide über eine energiesparende Produktionsweise bis hin zur kollegialen Mitarbeiterführung: Manfred Dust wirtschaftet ökologisch und sozial. Vor zehn Jahren übernahm er die Vollkornbäckerei Doppelkorn, als sie kurz vor dem Konkurs stand. Er modernisierte und professionalisierte Erscheinungsbild und Wirtschaftsweise. Durch Offenheit und Transparenz gewinnt er seitdem das Vertrauen seiner Kunden.

Seit zehn Jahren ist Manfred Dust Chef der Ökobäckerei Doppelkorn in Linden. Seitdem hat es viele Höhen und Tiefen gegeben, aber an seinem Konzept – der ökologischen und sozialen Wirtschaftsweise – hat er immer festgehalten. Dass der Ökobäcker Vollkornmehl verwendet und keine chemischen Backzusätze ist eine Selbstverständlichkeit, zumal er dem Verband Bioland angeschlossen ist. Dass er aber darüber hinaus Energieeinsparkonzepte umsetzt und selbst der Dünger für seine Caféhaus-Pflanzen aus natürlichem Kompost besteht, wie Dust augenzwinkernd erwähnt, das unterscheidet den überzeugten Fahrradfahrer dann doch von den Mitbewerbern.

Übernommen hat Dust das sterbende Unternehmen aus der Not heraus, denn er wollte und konnte den wichtigsten Belieferer der Naturkostläden Biologisch, die er zusammen mit seiner Ehefrau betreibt, nicht in Konkurs gehen lassen. Der Betriebswirt Dust deckte schnell schwerwiegende Managementfehler auf und stellte die Bäckerei in Linden und ihre vier Filialen rasch auf solide Füße.

„Die Ökoszene und ihre Kunden haben sich verändert. Wer heute am Markt erfolgreich sein will, der muss modern und professionell daherkommen, der alternative schmuddelige Charme der Anfangsjahre ist nicht mehr gewünscht“, erläutert Dust.

Dust hat sich durchgekämpft und gleichzeitig neue Projekte umgesetzt. Ende 2008 gewann er mit einem vorbildlichen Energiekonzept den ersten Preis beim Wettbewerb „Energieeffizienz KMU“ des enercity-Fonds proKlima und der Wirtschaftsförderergesellschaft hannoverimpuls. 10.000 Euro bekam er für das Vorhaben, die Abwärme der Backöfen durch ein Wärmerückgewinnungssystem zu nutzen.

Kurz vor Umsetzung dieses Vorhabens musste er allerdings wegen einer Lärmbeschwerde alle Pläne über den Haufen werfen. Kurzerhand suchte er einen neuen Standort für die Produktion und investierte 200.000 Euro in moderne Backöfen und Kälteanlagen in Laatzen und machte seine Bäckerei damit zukunftsfähig.

„Diese unvorhergesehene Ausgabe stellte uns vor neue Herausforderungen. Die höheren Fixkosten versuchen wir durch einen höheren Umsatz auszugleichen“, erläutert der 61-Jährige, der am Anfang seiner Karriere Exportmanager bei Bahlsen war. Innerhalb des letzten halben Jahres hat er kurzerhand drei neue Filialen, zwei in Hannover und eine in Hildesheim eröffnet. Ob das Konzept aufgeht, bleibt abzuwarten.

Oberstes Ziel von Dust ist es jedenfalls, die Arbeitsplätze seiner mittlerweile 70 Mitarbeiter zu erhalten, das Vertrauen seiner Kunden zu rechtfertigen und sowohl beruflich als auch privat eine nachhaltige Arbeits- und Lebensweise beizubehalten. „Von der Politik können wir keinen Umschwung erwarten, jeder einzelne ist gefordert, etwas für die Zukunft unseres Planeten Erde zu tun“, ist Dust überzeugt. (see, 11.03.2010)

online seit 11. Mrz 2010, aktualisiert am 11. Mrz 2010

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