Handwerkskonjunktur: Frühlingserwachen nicht in Sicht

Hannover, 02. April 2004.- Nach den von der Handwerkskammer Hannover erhobenen aktuellen Konjunkturdaten ist noch immer kein Silberstreif am handwerklichen Konjunkturhimmel auszumachen. Im Gegenteil: Die Stimmung ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals schlechter geworden, und liegt nun mit 29,5 Indexpunkten beim niedrigsten Wert, der für das Gesamthandwerk im Kammerbezirk jemals gemessen wurde. „Wenn der Konsum, also die Kauflust der Bürger und Bürgerinnen nicht wieder zunimmt, dann ist zu befürchten, dass die leichte konjunkturelle Erholung der Gesamtwirtschaft, auf die wir in diesem Jahr hoffen, nicht auf das Handwerk überspringt“, sagt Jans-Paul Ernsting, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover. Weitere Umsatzeinbrüche und die Entlassung von Beschäftigten wären die Folge.

Im Bauhandwerk, aber auch im Ausbauhandwerk ist die wirtschaftliche Situation nach wie vor äußerst angespannt. Obwohl es im Frühjahr 2003 danach aussah, scheint hier die Talsohle noch immer nicht durchschritten. Umsätze und Aufträge sind per saldo nochmals deutlich zurückgegangen und zeigen eine wieder zunehmend negative Dynamik.

Wenig Grund zur Freude gab es abermals im Kraftfahrzeughandwerk, wenngleich sich die Stimmungslage hier zu stabilisieren scheint. Mit 23,5 Indexpunkten ist die Beurteilung der Geschäftslage geringfügig besser als im Vorjahresquartal. Die Auftragseingänge sind allerdings in per saldo 57 % der befragten Betriebe gesunken.

Das Stimmungsbarometer beim Zuliefererhandwerk zeigt entgegen dem allgemeinen Trend eine leichte Aufwärtstendenz: es ist um 2,5 Prozentpunkte auf 46,5 Punkte gestiegen. Hier schlägt jedoch nicht eine grundlegende positive wirtschaftliche Wende zubuche, sondern allein die Tatsache, dass die Rückgänge bei den Auftragseingängen, die Umsatzverluste und der Beschäftigtenabbau gemessen am Gesamthandwerk unterdurchschnittlich ausgefallen sind.

Die Geschäftslagebeurteilung im Nahrungsmittelhandwerk ist dezent gestiegen, liegt allerdings mit 19 Indexpunkten um über 10 Punkte unterhalb des Wertes für das Gesamthandwerk. Etwas besser sieht es in den Dienstleistungshandwerken aus, die mit einer Geschäftslagebeurteilung von 24 Indexpunkten aber gleichwohl um 6 Punkte unter dem Vorjahresquartalswert liegen.

Katastrophal hingegen ist die wirtschaftliche Lage im Handwerk des gehobenen Bedarfs, das in diesem Frühjahr einen Geschäftsklimaindex von lediglich 6,5 Prozentpunkten erreichte. Aufgrund weiterer Auftrags- und Umsatzrückgänge folgten per saldo in 22 Prozent der befragten Betriebe weitere Entlassungen.

Nach den Erwartungen der befragten Betriebe im Bezirk der Handwerkskammer Hannover kann es mit der konjunkturellen Entwicklung eigentlich nur wieder bergauf gehen. Die derzeit stabilen Preise und der bestehende Nachholbedarf der privaten Haushalte bieten günstige Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Konsumklimas. So fallen die Prognosen im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich besser aus und zeigen insgesamt einen verhaltenen Optimismus. Lediglich das Handwerk für den gehoben Bedarf und das Nahrungsmittelhandwerk gehen weniger zuversichtlich ins kommende Quartal.

Die im Frühjahr 2004 durchgeführte Regionalanalyse zeigt eine konjunkturelle Abschwächung – wenngleich auch mit unterschiedlicher Ausprägung – in allen Landkreisen des Kammerbezirks außer in der Region Hannover. Die Region Hannover weist einen um 1,5 Punkte auf 33,5 Indexpunkte gestiegenen Geschäftsklimaindex auf. Die Betriebe im Landkreis Hameln-Pyrmont bewerteten ihre Geschäftslage mit 22,5 Indexpunkten unverändert gegenüber dem Vorjahresquartal, damit abermals deutlich schlechter als der Durchschnitt im Kammerbezirk. Die Betriebe im Landkreis Nienburg verloren sieben Indexpunkte. Die Landeshauptstadt Hannover weist mit einem Indexwert von 28,5 Punkten eine nahezu durchschnittliche Konjunktur auf. An vorletzter Stelle bei der Bewertung der regionalen Konjunkturdaten befinden sich die Betriebe im Landkreis Schaumburg mit 24 Indexpunkten. Verschlechtert hat sich auch die Geschäftslagebeurteilung im Landkreis Diepholz. Hier sackte der Indexwert um 10 auf nur noch 30 Punkte ab.

Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Sabine Wilp

Downloads

online seit 02. Mrz 2006, aktualisiert am 02. Mrz 2006

Seite empfehlen

Um diese Seite jemandem weiter zu empfehlen, füllen Sie bitte dieses Formular aus:

 
 

* Pflichtfeld

Kundenlogin

Das Handwerk - Original Logo