Ausbildung hat Vorfahrt

Während andere aus der Branche über Fachkräftemangel stöhnen, bildet die Könicke Baumaschinen GmbH aus Garbsen umfassend aus, um für die Zukunft entsprechend vorzusorgen. Außerdem setzt Geschäftsführer Marcell Ollesch auf verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, gute Kundenbindung und mehr Mitarbeitermotivation.

Zehn Auszubildende stellt die Könicke Baumaschinen GmbH in diesem Sommer ein. Für 2006 sind zwölf neue Lehrverträge geplant und wenn sich 15 gute Bewerber finden, werden auch 15 junge Leute an den zehn Standorten von Könicke in Norddeutschland die Lehre zum Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik beginnen. "Wir können es uns langfristig gar nicht leisten, nicht auszubilden. Denn wir bekommen heute schon nicht genügend Fachkräfte", betont Marcell Ollesch, der seit gut einem Jahr für die Könicke GmbH und ihre 250 Mitarbeiter als Geschäftsführer zuständig ist.

In dieser krisengeschüttelten Branche haben interessierte Jugendliche also gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz mit Übernahmegarantie. Statt Arbeitslosigkeit gibt es Fachkräftemangel, weil in den letzten Jahren zu wenig ausgebildet wurde. Zurzeit sucht Ollesch 20 bis 30 Montagekräfte, die äußerst schwer zu finden sind. Gesellen aus verwandten Berufen einzustellen, ist kaum möglich, da das Wissen der Landmaschinen- und Baumaschinenmechaniker sehr speziell ist und hohe Anforderungen stellt. "Neben viel technischem Know-how müssen unsere Mitarbeiter bei jeden Wetter vor Ort und unter dem starken Druck der Kunden teure und technologisch unterschiedliche Maschinen reparieren", sagt Ollesch. Voraussetzung sei ein guter Hauptschul- oder Realschulabschluss. Für gute Leistungen werden aber auch gute Bedingungen für die Azubis geboten. Interne Schulungen stehen beispielsweise regelmäßig auf dem Programm. Aber auch nach der Ausbildung ist mit der Karriere bei Könicke nicht Schluss. Engagierte Mitarbeiter werden betriebsintern gefördert und bei der Erwerbung des Meistertitels unterstützt.

Die Könicke GmbH wächst gegen den Trend und steht damit im harten Verdrängungswettbewerb der Branche gut da. Das liegt an den guten Produkten, so Ollesch, aber vor allem an der neuen Ausrichtung des Unternehmens zum Kunden hin. Ein neues Arbeitszeitmodell garantiert, dass zu jeder Zeit ein Mitarbeiter beim Kunden einsetzbar ist, damit die defekten Maschinen nicht lange stillstehen müssen. Auch für die Kundenbindung wird viel getan: eine Hauszeitung hält sie immer auf dem Laufenden, Kundenveranstaltungen oder Tage der offenen Tür informieren und unterhalten gleichermaßen. Aber auch nach innen hat der 46jährige Geschäftsführer eine Wende eingeleitet. "Die Beschäftigten sollen sich als Team fühlen und bereit sein, alles zu geben. Dafür muss selbstverständlich auch das Unternehmen etwas tun. Jetzt haben wir beispielsweise alle Mitarbeiter für ein Wochenende in eine Westernstadt eingeladen, um das Wir-Gefühl zu stärken." So ist die Könicke GmbH auf allen Feldern gut gerüstet, um für die nächste Wachstumsphase richtig Gas geben zu können. (see, 22.07.2005)

online seit 07. Mrz 2006, aktualisiert am 08. Mrz 2006

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