Trotz steigender Betriebszahlen weniger Beschäftigte im Handwerk des Handwerkskammerbezirks Hannover

Hannover, 01. Februar 2007.- Im Vergleich zum 31. Dezember 2005 ist die Zahl der eingetragenen Betriebe zum 31. Dezember 2006 erneut gestiegen. Allerdings fiel die Zunahme mit einem Plus von 1,5 Prozent moderater aus als zum Jahresende 2005 (+ 5,0 Prozent). Am 31. Dezember 2006 waren insgesamt 17.465 Betriebe bei der Handwerkskammer Hannover eingetragen. Das sind 260 mehr als im Jahr zuvor.

Danach waren zum Jahresende 2006 bei der Handwerkskammer Hannover 11.431 Betriebe in der Anlage A (zulassungspflichtige Handwerke), 2.458 Betriebe in der Anlage B1 (zulassungsfreie Handwerke) und 3.576 Betriebe in der Anlage B2 (handwerksähnliche Gewerbe) eingetragen.

Erfreulich war auch die Entwicklung der Umsätze. Nach langen Jahren der Flaute stand am Ende des Jahres 2006 erstmals wieder ein Plus vor den Umsatzzahlen. Rund 7,0 Mrd. Euro setzte das Handwerk im Handwerkskammerbezirk Hannover in den letzten 12 Monaten um. Das entspricht einem Plus von 2,5 Prozent.

Zwar sieht die Entwicklung der Umsatz- und Betriebszahlen auf den ersten Blick positiv aus. Aber wenn man genauer hinschaut, dann wird deutlich, dass der Zuwachs der Betriebszahlen erneut zu einem großen Teil aus einem Anstieg in den zulassungsfreien Handwerken der Anlage B1 resultiert.

Hier wuchs der Betriebsbestand im Verlauf des Jahres 2006 um 232 Betriebe. Das entspricht einem Plus von 10,4 Prozent. Erneut entstanden die meisten neuen Betriebe wieder im Bereich des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerks (+ 119) und bei den Gebäudereinigern (+ 65).

Auch wuchs im Bereich der zulassungsfreien B1-Berufe die Zahl der Betriebe mit Inhabern aus den EU-Beitrittsländern Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern. Am 31. Dezember 2006 waren in diesem Bereich insgesamt 425 Betriebe eingetragen (Vorjahr 114). Damit hat sich diese Zahl innerhalb eines Jahres fast vervierfacht.

Dem sprunghaften Gründungsgeschehen im Bereich der Anlage B1 steht ein kaum nennenswerter Zuwachs im Bereich der Anlage A gegenüber. Im Jahr 2006 nahmen die Betriebszahlen in den 41 zulassungspflichtigen Handwerken nur um 50 zu, das entspricht einer Steigerung von 0,4 Prozent. Bei den handwerksähnlichen Gewerben gab es sogar erstmals seit drei Jahren einen Rückgang von 0,6 Prozent (= - 22 Betriebe).

Auch die Beschäftigtenzahlen sind konjunkturbedingt in den vergangenen 12 Monaten weiter zurückgegangen (- 1,0 Prozent). Danach waren am 31.12.2006 im Handwerk des Kammerbezirks Hannover 105.040 Menschen beschäftigt. Das sind 1.060 weniger als Ende 2005.

Erfreulicherweise wirkte sich der Beschäftigungsrückgang nicht auf die Ausbildungsleistung aus. Ganz im Gegenteil. Die Gesamtzahl der Auszubildenden im Handwerkskammerbezirk Hannover betrug zum 31.12.2006 9.853 Lehrlinge. Erfreulich: Die Zahl der Ausbildungsplätze konnte im vergangenen Jahr deutlich gesteigert werden. 3.423 neue Verträge wurden bis zum 31. Dezember 2006 in die Lehrlingsrolle eingetragen. Das sind 225 bzw. 7,0 Prozent mehr als zum Vergleichsdatum 2005.

„Das Handwerk hat in den letzten Jahren einen gewaltigen Strukturwandel vollzogen,“ fasst Kammerhauptgeschäftsführer Jans-Paul Ernsting die Entwicklung zusammen. „Die aktuellen Daten belegen, dass die konjunkturelle Schräglage der letzten Jahre das Handwerk in seiner Finanzkraft und seiner Beschäftigtenstruktur stark beeinträchtigt haben. Die jüngsten Konjunkturdaten geben jedoch Anlass zu mehr Optimismus.“


Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Sabine Wilp


online seit 01. Feb 2007, aktualisiert am 01. Feb 2007

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