Erstaunliche Erfolgsgeschichte

Katharina Kluge mit Lehrherr Manfred UhlitLupe
Das Handwerk bietet auch für Hauptschüler mit schlechten Noten attraktive Ausbildungsplätze, wenn Motivation und Arbeitseinstellung stimmen. Katharina Kluge ist dafür ein gutes Beispiel. Sie fand nach Anlaufschwierigkeiten den richtigen Beruf, der sie dazu beflügelte, als einzige weibliche Metallbauer-Auszubildende im Kammerbezirk Hannover mit zwei Einsen auch noch absolute Bestnoten bei der Gesellenprüfung hinzulegen.

Dass die schulische Leistung oft nicht viel über den Intelligenzgrad des Schülers aussagt, weiß man schon seit Albert Einstein. Entscheidend ist vielmehr, dass man den richtigen Beruf findet, der Motivation und Begeisterung auslöst.

Katharina Kluge weiß das aus eigenem Erleben. In der Schule fand sie keinen Grund zu lernen, so dass ihr Hauptschulabschlusszeugnis sehr schlechte Noten aufwies. Danach fehlte ihr noch zwei Jahre lang jegliche Motivation, sich eine Ausbildungsstelle zu suchen. Wie der Sinneswandel zustande kam, weiß sie heute auch nicht mehr, aber irgendwann kam der Punkt, wo es so nicht mehr weiter gehen konnte. Also raffte sie sich auf und suchte endlich systematisch nach einem Ausbildungsplatz.

Vom Arbeitsamt gab es das Angebot, ein Jahr lang in unterschiedlichen Branchen ein Praktikum zu machen. Katharina Kluge orientierte sich in einer Schlosserei, einer Tischlerei und einem Steinmetzbetrieb über ihre Wünsche und Fähigkeiten. Schnell stand fest: die Metallbearbeitung musste es sein.

Über ein Praktikum konnte Kluge ihre Ausbildung zur Metallbauerin bei Manfred Uhlit in Hameln antreten. „Die Noten haben mich nicht abgeschreckt. Sie war nicht bange vor der Arbeit, sehr motiviert und kam mit meinen anderen Mitarbeitern gut zurecht. So habe ich ihr eine Chance gegeben“, erläutert Uhlit, wie er zu seiner ersten weiblichen Auszubildenden kam.

Und er musste seine Entscheidung nicht bereuen, im Gegenteil. Von der ersten Woche an lief alles wie am Schnürchen. Die Aufgaben im Betrieb löste Kluge mit Köpfchen und handwerklichem Geschick. Selbst die Zeugnisse in der Berufsschule waren von Anfang an die allerbesten. So war es fast keine Überraschung mehr, dass die einzige weibliche Auszubildende die Gesellenprüfung mit zwei Einsen als Innungsbeste abschloss.

Katharina Kluge kam zwar erst auf Umwegen zu ihrem Traumberuf. Jetzt steht sie aber ihre Frau und wird von ihrem Chef zunehmend für verantwortungsvollere Tätigkeiten eingesetzt. Noch denkt sie nicht an die Meisterprüfung, aber vielleicht braucht sie auch dafür nur etwas Zeit. (see, 24.05.2007))


online seit 24. Mai 2007, aktualisiert am 24. Mai 2007

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