Blau, Blau, Blau: In der Handwerksform Hannover kann man sein blaues Wunder erleben

kuestner01Lupe
Hannover, 01. Juni 2007.- Blau ist die Lieblingsfarbe der Deutschen. 46 Prozent der Männer und 44 Prozent der Frauen gaben in einer Umfrage Blau als ihre bevorzugte Farbe an. Blau steht für Eigenschaften, die von Dauer sind: für Konzentration, Sympathie, Harmonie, Treue. Die Farbe Blau wird aber auch mit Weite, Unendlichkeit, Fernweh und Sehnsucht in Verbindung gebracht.

Blau wird mit vielen positiven Eigenschaften assoziiert. Aber es hat auch eine dunkle Seite, die vor allem in den Redewendungen zum Ausdruck kommt. Da wird das Blaue vom Himmel gelogen oder sich grün und blau geärgert, da kommt man mit einem blauen Auge davon, erlebt sein blaues Wunder, empfängt einen blauen Brief, macht einfach mal blau oder hat den „Blues“.

Die Palette der Blau-Nuancen ist groß. Neben dem Ägyptisch Blau der Pharaonenzeit war seit dem 12. Jahrhundert das Ultramarin, das aus dem Schmuckstein Lapislazuli gewonnen wurde, das kostbarste Rohmaterial. Im Mittelalter war die gebräuchlichste Färberpflanze für Blau der „Färberwaid“. Jahrhunderte lang lebten ganze Landstriche vom Anbau und Verkauf dieser Pflanze. Im 16. Jahrhundert bekam der Färberwaid starke Konkurrenz durch Indigo, das die Portugiesen auf dem Seeweg aus Indien mitbrachten.

Die Varianten der Farbe Blau sind kaum zu zählen, sie sind so facettenreich wie das wie der blaue Himmel. Einen kleinen Ausschnitt dieses Variantenreichtums kann man in der diesjährigen Sommerausstellung in der Handwerksform Hannover wiederfinden, an der sich 41 Kunsthandwerker und Designer aus den Bereichen Glas, Keramik, Papier, Textil, Schmuck und Uhren beteiligen.

Mit 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist der Schmuckbereich besonders stark besetzt. Das Spiel mit Materialien und Blautönen steht hier im Vordergrund. So wurde beispielsweiese Ulrike Krieger-Klausen, Goldschmiedemeisterin und Designerin aus Peine, durch das Ausstellungsthema angeregt, sich mit der Farbe Blau auseinanderzusetzen. Sie experimentierte mit der Färbung des handgeschöpften Papiers, das sie schon seit vielen Jahren bei ihren Schmuckkreationen verwendet, und entschied sich schließlich für den Kontrast von Hell und Dunkel. Folgerichtig tragen die beiden Ketten, die sie zur Ausstellung beisteuert, die Titel „Der Tag“ und „Die Nacht“.

Monika Jakubec (München) arbeitet vorwiegend Ringe, die meist aus einem ca. 1,5 mm dicken Rahmen aus Silber oder Gold bestehen. Dieser Mantel wird gegossen und versäubert. Anschließend wird farbiges Kunstharz eingefüllt, so dass es den gesamten Körper, den der Mantel bildet, ausfüllt. Nach dem Aushärten wird es überarbeitet, alle Überstände werden entfernt und das Loch für den Finger herausgenommen. Die Berührungsflächen auf der Haut bestehen also fast ausschließlich aus dem Kunststoff.

Wer die blaue Stunde besonders genau abmessen und verhindern möchte, dass ihm die Zeit nicht wie Sand zwischen den Fingern zerrinnt, der ist bei der Hamburger Uhrmachermeisterin Christine Genesis an der richtigen Adresse. Sie wird in der Ausstellung mit drei von ihr entworfenen und gestalteten Uhren mit blauen Zifferblättern vertreten sein.

In der Ausstellung werden auch zahlreiche blaue Textilien gezeigt. Neben Wohnaccessoires wie den dunkelblauen Kissen aus Pferdehaar von Dorit Berger, den indigogefärbten Stoffen aus der Blaudruckerwerkstatt Georg Stark (Jever), den Sitzfilzen von Anna-Katarina Warsow (Osterode am Harz), den Wandbildern von Sünje Cordsen (Hannover) oder dem Teppich „Meditation“ von Annette Reher (Hamburg), sind auch Schals und Mäntel zu sehen. Und Birgit Hrouzek zeigt ihre neuesten Kreationen: plissierte Broschen und einen Kimono.

Im Werkbereich „Glas“ sind sowohl angewandte Arbeiten wie die kunstvollen Gläsern von Westphal (Keitum), die Vasenserie mit ihren bauchigen Formen und den fröhlich runden Farbeinschlüssen von Soda (Anneli Kraft und Tatjana Raith) sowie die Glasschalen von Gabriele Küstner und Ulrike Umlauf-Orrom zu sehen. Daneben gibt es aber auch Glasobjekte, die den Bereich des Angewandten verlassen wie beispielsweise die Arbeiten der in Ungarn lebenden Glasgestalterin Birgit Köblitz.

Einen spielerischen und unbefangenen Umgang mit Glas zeigen insbesondere die Arbeiten des niederländischen Glaskünstlers Jan Hooghiemstra. In seinen Werken gehen kindliche Spontaneität und Fantasie mit der Präzision und dem langwierigen Werdegang eines Kunstwerks eine faszinierende Symbiose ein. Neben rein abstrakten Skulpturen finden sich bei Hooghiemstra immer wieder auch Exponate, die sich auf der Grenze zwischen abstrakt und figurativ bewegen, wie beispielsweise das fragil wirkende gläserne Segelschiff auf Rädern mit dem Titel „KALM – CALM“.

Die Keramiker haben zur Ausstellung insbesondere Gefäßobjekte beigesteuert. Dabei reicht die Palette von den geometrisch strengen Containern aus schamottiertem, engobiertem, geritztem und teilweise mit einer halbopaken Glasur überzogenem Steinzeugton von Barbara Ehrengruber (Irsee), über die asymmetrischen, montierten und mit einer alkalisch kupferblauen Glasur überzogenen Gefäßobjekte von Ruth Kirsch (Krefeld) bis hin zu den in Plattentechnik aufgebauten Keramik-Vasen von Carolin Platz (Greifswald). Sie reißt die zwei Millimeter starken Platten in unregelmäßige Stücke und setzt diese gezielt zu einem Gefäßkörper zusammen. Durch diese Art des Aufbaus entstehen lebendige, rhythmische Flächen, die Assoziationen zu Landschaften, Meereswogen oder Pflanzen zulassen.

Wer einmal so richtig schön blaumachen will oder Lust auf ein blaues Wunder hat, der sollte die Sommerausstellung in der Handwerksform Hannover auf keinen Fall verpassen. Und noch ein guter Tipp zum Schluss: Auch in diesem Jahr sind wir wieder bei der Langen Nacht der Museen dabei.

Ausstellungseröffnung:
Samstag, 02. Juni 2007, 12 Uhr

Ausstellungsdauer:
02. Juni 2007 bis 30. Juni 2007

Lange Nacht der Museen:
Samstag, 09. Juni 2007, 18.00 bis 00.30 Uhr

Ansprechpartnerin für die Medien:
Dr. Sabine Wilp

Downloads

Bildergalerien

online seit 31. Mai 2007, aktualisiert am 31. Mai 2007

Seite empfehlen

Um diese Seite jemandem weiter zu empfehlen, füllen Sie bitte dieses Formular aus:

 
 

* Pflichtfeld

Kundenlogin

Das Handwerk - Original Logo