Hommage à Angela: Schmuck für die Bundeskanzlerin
Hannover, 12. Juni 2007.- In feudalen Gesellschaften war Schmuck vor allem Statussymbol und Medium der Repräsentation. Er wurde von den Mächtigen dieser Welt ganz bewusst eingesetzt, um Distanz und Dominanz gegenüber dem Volk auszudrücken. Das ist natürlich heute völlig anders. In der Neuzeit avancierte Schmuck zum Ausdrucksmittel der Persönlichkeit, wurde zum Kunst- und Designobjekt, zum modischen Accessoire und Zeichen einer Lebenshaltung.
Aber auch im 21. Jahrhundert kann Schmuck als Statussymbol fungieren. Daher initiierte die Fachzeitschrift „Schmuck Magazin“ 2006 den Wettbewerb „Hommage à Angela“. Dabei sollte der Frage nachgegangen werden, wie die Bundeskanzlerin, die das deutsche Volk repräsentiert, geschmückt sein soll.
Mehr als 100 Arbeiten wurden eingesandt. Keine Kronjuwelen, sondern interessante und vielschichtige Arbeiten für eine moderne Frau. Dabei reizte die Schmuckgestalter nicht nur die Auseinandersetzung mit der Persönlichkeit von Angela Merkel und ihrer Rolle, sondern auch das Spiel mit Symbolen und politischen Anspielungen.
Für die Ausstellung „Hommage à Angela“, die im Juli zwei Wochen lang in Hannover zu sehen sein wird, wurden 60 Arbeiten ausgewählt, die auf unterschiedliche Art und Weise die Persönlichkeit und das Amt der Bundeskanzlerin in den Blick nehmen. Junge, phantasievolle Entwürfe mit unkonventionellen Materialien stehen neben anspruchsvoll gestalteten Stücken international renommierter Schmuckdesigner und Manufakturen.
Begleitet wird jedes Schmuckstück von einem ganz persönlichen Statement des Künstlers bzw. der Künstlerin. Dabei tritt durchaus Überraschendes zutage. Wie bei der Brosche aus Filz, Perlen, Pailletten und Silber von Andrea Schmeing-Häusler und Gabriela Jackus aus Ottobrunn. Das „Bunte Verdienstkreuz“ steht als Symbol für das mutige Auftreten der Bundeskanzlerin im In- und Ausland.
Ungewöhnlich und mit viel Hintersinn kommt auch der Halsschmuck aus Maßbechern zur Verabreichung von Medikamenten, bemalten Holzkugeln, Glaskügelchen und Silberdraht her, der von der Schweizer Schmuckgestalterin Helen Matzinger gefertigt wurde. Inspiriert wurde sie dazu von einem Zitat Angela Merkels, in dem es darum geht, etwas zu suchen, „was noch nie so gemacht wurde.“ Darüber hinaus lässt der Halsschmuck, der hauptsächlich aus Recyclingmaterialien gefertigt wurde, auch Assoziationen zu innovativem Sparen zu.
Marit Bindernagel aus Hildesheim suchte und fand in Angela Merkel vor allem das Rätselhafte. Um das Verborgene, Verschlossene in Schmuck zu übersetzen, nahm sie sich Taschen zum Vorbild. Der von ihr kreierte Halsschmuck aus 750er Roségold besteht daher aus einer ganzen Reihe von Taschen.
Keinen Halsschmuck, sondern einen Ring, in dem alle bisherigen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland verewigt sind, schufen Katrin Neuse, Silke Jürgens, Arnd Reister und Katrin Schumann aus Bonn. Damit möchte Heavy Metal – so der Name, unter dem das Team zusammenarbeitet – Angela Merkel in Verbindung mit ihren Vorgängern bringen. Der Ring aus 925er Silber, Laserfolie und Kunstharz spannt geschichtlich den Bogen von der Urstunde der deutschen Demokratie bis hin zum heutigen Tag.
Auch eine Schmuckgestalterin aus Hannover ist in der Ausstellung vertreten. Maren Triebler hat Manschettenknöpfe in Linsenform gestaltet. Die Linse ist außen offen und gewährt Einblick in das innere und die darin liegende Perle. Eine Anspielung auf Angela Merkel als weibliche Vorreiterin im „männlichen“ Terrain deutscher Politik.
Ausstellungseröffnung:
Freitag, 13. Juli 2007, 20 Uhr
Ausstellungsdauer:
14. Juli bis 28. Juli 2007
Ort:
Handwerksform Hannover, Berliner Allee 17, 30175 Hannover
Öffnungszeiten:
Di – Fr 11-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr,
So, Mo und an gesetzlichen Feiertagen geschlossen