Dynamisch und mit viel Potenzial zeigt sich das Handwerk in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen

Hannover, 26. Oktober 2007.- In der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen, die ein Drittel der Fläche des Landes Niedersachsen umfasst, leben vier Millionen Menschen. Internationale Verkehrs-, Handels- und Informationsströme laufen hier zusammen und bedeutende Konzerne sind in dieser Region ebenso zu Hause wie universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen von internationalem Rang.

Dass auch der Wirtschaftsbereich Handwerk in der Metropolregion besondere Potenziale und eine besondere Dynamik aufweist, das hat jetzt eine aktuelle Studie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) ergeben. Vor allem im Bereich der Humankapitalbildung und durch seine vielfältigen Vernetzungsaktivitäten erfüllt das Handwerk wichtige Funktionen.

Ein Blick auf die Zahlen gibt einen ersten Einblick in die Bedeutung des Handwerks für die Metropolregion. 34.000 Handwerksbetriebe gibt es in der Metropolregion, das sind 30 Prozent aller Unternehmen in der Region Hannover-Braunschweig-Göttingen. Etwa 13 Prozent der Erwerbstätigen sind im Handwerk beschäftigt, und rund 30 Prozent aller Lehrlinge werden im Handwerk ausgebildet.

Qualifikation ist ein wichtiger Schlüsselbegriff für das Handwerk. Etwa jede achte Person hat eine Meisterprüfung abgelegt, mehr als 40 Prozent der Handwerksbeschäftigten sind Gesellen oder technische Fachkräfte. Der Anteil der ungelernten Beschäftigten liegt nur bei knapp 20 Prozent. Ohne die Gebäudereiniger wäre dieser Anteil noch erheblich geringer (unter 10 Prozent). Allerdings: Die Bedeutung der Hochschulabsolventen ist mit 2 Prozent bislang unterdurchschnittlich.

Für die Mehrzahl der Handwerksbetriebe ist das Privatkundengeschäft nach wie vor am wichtigsten. 90,8 Prozent tätigen Umsätze mit privaten Haushalten. Betrachtet man jedoch die Umsatzanteile, so haben die verschiedenen Abnehmergruppen aus der gewerblichen Wirtschaft ein wesentlich größeres Gewicht als die privaten Haushalte. Die Umsatzanteile mit der Industrie machen mehr als 50 Prozent aus. Immer noch die größte Bedeutung für das Handwerk haben die Umsätze am Bau, die etwa ein Drittel umfassen. Jeder zehnte Euro wird mit der öffentlichen Hand umgesetzt.

Neben der quantitativen Betrachtung zeigt die Studie aber auch wichtige qualitative Beiträge des Handwerks auf. Zahlreiche Handwerksunternehmen der Metropolregion haben in den letzten Jahren eigene Prozess- und Produktinnovationen erfolgreich vermarktet, ihren Exportanteil gesteigert und über die Grenzen der Metropolregion hinaus Kunden- und Lieferbeziehungen aufgebaut.

Auch wenn dies vielleicht überraschen mag, spielt das Handwerk vor allem bei der Entwicklung und Umsetzung von Innovationen eine wichtige Rolle. Zahlreiche neue Technologien, die in der Industrie oder in Hochschulen entwickelt wurden, finden ihre Anwendung beim Kunden erst, nachdem das Handwerk die notwendigen Anpassungen vorgenommen hat. Insofern kommt dem Handwerk innerhalb der Innovationsnetze eine wichtige Inkubator- und Mittlerfunktion zwischen Entwickler und Endverbraucher zu.

Die Studie arbeitet auch die besondere Bedeutung des Handwerks für die Humankapitalbildung in der Metropolregion heraus. Die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks hängt entscheidend von der Qualität der Mitarbeiter ab. Nur mit gut ausgebildeten Fachkräften ist das Handwerk in der Lage, ein differenziertes Leistungsangebot zu erbringen. In diesem Zusammenhang spielen die Weiterbildungsmöglichkeiten in der Region eine besondere Rolle.

Knapp zwei Drittel der befragten Handwerksbetriebe - so die Studie - haben in den letzten 12 Monaten an Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen. Auf dem Programm standen in erster Linie Produktschulungen und technische Fortbildungen. Als Träger der Fortbildungsmaßnahmen fungieren neben der Industrie oder den Herstellern vor allem die Bildungseinrichtungen des Handwerks.

Die vom ifh erarbeitete Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Handwerk als eigenständiger Wirtschaftsbereich in vielerlei Hinsicht von einer gut funktionierenden Metropolregion profitieren kann, etwa von einer effektiveren Wissensvernetzung und von verbesserten überregionalen Vermarktungsmöglichkeiten. Umgekehrt hat das Handwerk auch einiges in die Metropolregion einzubringen. Dies betrifft nicht nur die quantitative Bedeutung des Handwerks für die Volkswirtschaft, sondern vor allem seine Innovationsdynamik und seinen Beitrag zur Humankapitalbildung.

¿Diese positiven Ansätze müssen weiter entwickelt werden," betonte Walter Heitmüller, Präsident der Handwerkskammer Hannover, bei der Vorstellung der Studie. Dies sei nur möglich, wenn das Handwerk noch stärker als bisher mit Hochschulen und Industrie kooperiere. Die mit Unterstützung der Metropolregion und durch die wissenschaftlichen Begleitung des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen durch die drei Handwerkskammern Braunschweig, Hannover und Göttingen gemeinsam erarbeitete Studie sei ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Vernetzung und intrametropolitane Zusammenarbeit, so Heitmüller.

Ansprechpartnerin für die Medien
Dr. Sabine Wilp

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online seit 26. Okt 2007

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