Gekommen, um zu gründen

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Athanasios Bobolos kam 1993 aus Griechenland nach Deutschland mit dem Ziel, sich selbständig zu machen. Heute hat er zwei Reinigungen und beschäftigt neun Mitarbeiter. Erfolgreich ist der Existenzgründer mit einem Komplettservice zu konkurrenzfähigen Preisen, frei nach dem Motto: Jeder Kundenwunsch wird erfüllt.

Die Eltern haben Athanasios Bobolos nach Deutschland gelockt. Hier gäbe es mehr Arbeit und mehr Möglichkeiten. So folgte Bobolos dem Ruf der Familie mit dem klar definierten Ziel, sich im neuen Land selbständig zu machen, denn auch in der Heimat betrieb er mit einem Reifenhandel sein eigenes Geschäft. Anderthalb Jahre hat der damals 23-Jährige hart gearbeitet und intensiv deutsch gelernt, um schließlich 1994 in Anderten eine Textilreinigung aufmachen zu können.

Wie für viele andere Migranten auch war es für Bobolos nicht vorstellbar, auf Dauer für andere zu arbeiten. "Ich wollte selbständig und nicht vom Erfolg anderer abhängig sein", erläutert der jetzt 38-jährige Grieche. Das liege sicherlich an der griechischen Mentalität und Kultur. Da der Staat in Griechenland nicht rundum für Sicherheit sorge, gingen viele seiner Landsleute den Schritt in die Selbständigkeit eher als die Deutschen hierzulande.

Zunächst hatte der Existenzgründer Bobolos allerdings eine Durststrecke zu überstehen. "14 Stunden arbeiten und nicht viel verdienen, damit muss man sich erstmal abfinden", erinnert sich der Unternehmer, der heute sieben Mitarbeiter beschäftigt. Zunächst fand er seine Kunden vor allem in den griechischen Restaurants in Hannover. Seine Preise waren und sind nach wie vor am unteren Level. Sein Service deckt alles ab, von der Gardinen- bis zur Teppichreinigung, so dass nach und nach Laufkundschaft und neue Kunden durch Mund-zu-Mund-Propaganda hinzu kamen. Aber auch immer mehr Hotels und gewerbliche Kunden wissen den Lieferservice nach 17 Uhr zu schätzen.

Schließlich hatte er sich nach acht Jahren so weit stabilisiert, dass er seine Wäscherei vor zwei Jahren mit einem neuen Standort erweitern konnte. Kapazitätsengpässe führten dazu, dass er neue Aufträge nicht mehr aufnehmen konnte. Jetzt will er mit noch mehr Großkunden sein Auftragsvolumen innerhalb eines Jahres verdoppeln.

"Ich habe als Ausländer in Deutschland nie Schwierigkeiten gehabt, sondern eher die Erfahrung gemacht, dass man hilfreiche Unterstützung bekommt. Beispielsweise durch die sehr gute Betriebsberatung der Handwerkskammer Hannover, als ich meine Wäscherei erweitern wollte", erläutert Bobolos.

Integration zeigt sich für ihn vor allem in beruflichem Erfolg. Daher möchte er, dass seine beiden Töchter in Deutschland studieren, um sich eine möglichst gute berufliche Ausgangsposition zu verschaffen. Ob die Familie dann komplett nach Griechenland zurückkehrt, ist für ihn noch offen. (see, 14.04.2008)

online seit 16. Apr 2008, aktualisiert am 16. Apr 2008

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