Mitarbeiterwissen aktivieren

Kuni WissensbilanzLupe
Die Inhaberfamilie Kuni der Fa. Albrecht in Anderten ermittelte die Wissens- und Erfahrungsschätze ihrer Belegschaft, um diese für die Zukunft effektiver nutzen zu können. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Mitarbeiter arbeiten an der Optimierung der Unternehmensabläufe mit und sind damit hoch motiviert, Schwachstellen zu überwinden und Probleme zu lösen. Außerdem können die Workshops über das EU-Programm IWIN gefördert werden.

Der Informationsbrief der Handwerkskammer Hannover kam zur rechten Zeit. „Wir wollen das Volumen des Betriebs in den nächsten Jahren in jeder Hinsicht verdoppeln und stecken in einem umfangreichen Umstrukturierungsprozess. Da kam die Möglichkeit, eine Wissensbilanz für unseren Betrieb zu erstellen, gerade recht", erläutert Norbert Kuni, Seniorchef der Fa. Albrecht in Anderten.

"Zunehmender Kostendruck und immer höhere Anforderungen an die Unternehmen erfordern immer mehr Effektivität in den Betriebsabläufen. Bei vielen Unternehmen werden `von oben´ Veränderungen geplant und durchgezogen, ohne die Mitarbeiter genügend in diese Prozesse einzubeziehen", erzählt Heinz Bruns, Leiter der Technologie-Transfer-Stelle der Handwerkskammer Hannover, der die Fa. Albrecht bei der Erstellung der Wissensbilanz zusammen mit Benita von Steinaecker von der TT-Stelle und Walter Pirk vom Heinz-Piest-Institut betreut und unterstützt hat. „Um die schlummernden Erfahrungs- und Wissensschätze der Mitarbeiter und ihr Innovationspotential offen zu legen, dafür ist die Wissensbilanz ein äußerst geeignetes Instrument", ergänzt von Steinaecker

So stoppten Norbert Kuni und seine beiden Söhne erstmal die externe Beratung, die anvisiert war, und bildeten mit Mitarbeitern quer durch die Hierarchieebenen, Bereiche und Abteilungen drei Arbeitsgruppen, deren Ziel es war, Schwachstellen aufzudecken und Optimierungsmöglichkeiten auszuloten. „Was nicht so gut läuft, weiß man als Unternehmer aus dem Bauch heraus, doch jetzt gingen wir mit unseren Mitarbeitern strukturiert daran, dies aufzuspüren und abzustellen", sagt Norbert Kuni. Zuerst sei die Unsicherheit der Mitarbeiter durchaus zu spüren gewesen, sie wussten nicht, was auf sie zukam. „Aber als deutlich wurde, dass ihre ehrliche Meinung gewünscht und gefragt war, waren sie mit Engagement bei der Sache", erläutert Kuni.

Das Einbeziehen der Mitarbeiter ist der große Vorteil der Wissensbilanz gegenüber einer externen Beratung. Aus ihrem Alltag benennen sie Probleme, für die sie anschließend eine Lösung suchen. Dass sie nach dieser Vorarbeit engagierter bei der Umsetzung der Änderungsvorschläge dabei sind, leuchtete auch dem Inhaber Kuni ein.

In der Firma Albrecht wurden bereits auf drei Gebieten Verbesserungsvorschläge in die Tat umgesetzt. Der Informationsfluss, vor allem zwischen den drei Standorten Hannover, Braunschweig und Magdeburg, war häufig unterbrochen. Daher gibt es seit Februar 2008 eine Mitarbeiterzeitung, in der alles Wichtige und Neue nachzulesen ist. Außerdem soll die Mitarbeiterqualifizierung auf eine breitere Basis gestellt werden und schließlich wurde deutlich, dass das neue Segment, der Sondermaschinenbau, forciert vorangetrieben werden muss. Dazu ist geplant, die Entwicklungsabteilung auszubauen sowie Werbung und Marketing auch überregional zu verstärken.

Das Arbeiten an der Wissensbilanz hat im Unternehmen von Norbert Kuni eine ganze Menge bewegt, das nun kontinuierlich weiterverfolgt werden soll. Am wichtigsten aber ist die Neumotivation der Mitarbeiter, die mit ihrem Wissen eine ganze Menge dazu beitragen können, dass das Unternehmen wächst und sich im Wettbewerb durchsetzen kann. (see, 29.04.2008)

 

online seit 29. Apr 2008, aktualisiert am 04. Jan 2010

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