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Betriebe unter Druck: Handwerksunternehmen haben mit den Auswirkungen der Umweltzone in Hannover zu kämpfen

Hannover, 30. April 2008.- Vier Monate lang haben Handwerksbetriebe erste Erfahrungen mit den Bestimmungen der Umweltzone in Hannover gemacht. Am 1.Mai 2008 wird es ernst und die Übergangsphase zur Einführung der Umweltzone endet. Wer dann mit einem Kraftfahrzeug ohne Plakette und Ausnahmegenehmigung in den Innenstadtring einfährt, muss mit 40 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen.

¿Was wir von den Betrieben hören, bestätigt unsere Vermutung, dass die Umweltzone die Funktionsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Hannover gefährdet, Arbeits- und Ausbildungsplätze kostet und manchen kleineren Betrieb in seiner Existenz bedroht", sagt Jans-Paul Ernsting, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer.

Handwerksbetriebe haben in unterschiedlicher Weise mit den Auswirkungen der Umweltzone zu kämpfen. Zahlreiche Unternehmen, die innerhalb der Umweltzone liegen, befürchten, dass ab dem 1. Mai Kunden ausbleiben und damit der Umsatz zurückgeht. Viele Betriebe beklagen, dass es für ihre Fahrzeuge keine Nachrüstmöglichkeit mit Russfiltern gibt, und sie so in unverhältnismäßig kurzer Zeit ganz erhebliche Summen für die Neuanschaffung ihrer Firmenfahrzeuge aufwenden müssen. Außerdem sehen einige Betriebe dem Auslaufen der Ausnahmeregelungen zum 31. Dezember 2009 mit Sorge entgegen.

Dass die Umweltzone tatsächlich große Belastungen für einzelne Betriebe bringen kann, zeigt das Beispiel der Firma Stibbe Kälteanlagen in Wunstorf. Sechs von sieben Firmenfahrzeugen des Unternehmens, dessen Kunden zum überwiegenden Teil in Hannover ansässig sind, bekamen nur eine rote Plakette. Ob die Mitsubishi-Busse mit Russfiltern nachgerüstet werden können, darüber erhielten sie bis heute von ihrer Werkstatt keine sichere Auskunft. „Und ob wir damit die gelbe Plakette bekommen, sagt uns bei der Stadt Hannover auch niemand", beklagt Dörte Müller-Stibbe, die seit Anfang des Jahres den Betrieb zusammen mit ihrem Mann von den Eltern übernommen hat. „Wir hängen total in der Luft und müssen damit rechnen, sechs Fahrzeuge innerhalb der nächsten zwei Jahre austauschen zu müssen", sagt die Unternehmerin. Wie sie allerdings diese Investition von mindestens 200.000 Euro finanzieren soll, ist ihr völlig unklar.

Auch Werner Krüger, Installations- und Heizungsbauermeister in Hannover, hat für seine vier Fahrzeuge drei rote Plaketten und eine Sondergenehmigung bekommen. „Ich kann es mir nicht leisten, neue Fahrzeuge anzuschaffen, zumal sie erst sechs bzw. acht Jahre alt sind", berichtet Krüger. So muss er ab Januar 2009 für alle vier Fahrzeuge Sondergenehmigungen beantragen. „Das kostet immerhin 120 Euro pro Fahrzeug. Ganz besonders beunruhigt mich, dass die Ausnahmeregelungen erstmal nur bis zum 31. Dezember 2009 gelten. Danach ist dann für meinen Fuhrpark definitiv Schluss, weil nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in der Umweltzone fahren," beklagt Krüger die Planungsunsicherheit über 2009 hinaus. „Zur Not machen wir den Laden dicht", meint er mit einer großen Portion Galgenhumor.

¿An diesen Beispielfällen sieht man die Unangemessenheit der Umweltzone und die zum Teil Existenz bedrohenden Auswirkungen für kleine Betriebe", kritisiert Kammerhauptgeschäftsführer Jans-Paul Ernsting. „Wir fordern daher weiterhin eine wirkliche Kurskorrektur bei den Ausnahmeregelungen. Die Betriebe brauchen mehr Zeit, damit sie ihren Fahrzeugbestand erneuern können."

Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Sabine Wilp

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