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Schüler erproben im Förderungs- und Bildungszentrum ihr handwerkliches GeschickLupe

Im Handwerk droht ein Rückgang an Nachwuchskräften. Hinzu kommt: die Zahl der Schulabgänger wird in den kommenden Jahren um fast 20 Prozent zurückgehen. Gleichzeitig ist es politischer Wille, die Studierendenquote auf 40 Prozent hochzuschrauben. Der Wettbewerb um die besten Köpfe wird für Handwerksunternehmen also immer schärfer.

Wie die Handwerkskammer Hannover hier gegensteuern wird, erläutert Carl-Michael Vogt, Leiter der Abteilung Berufliche Bildung.

 

Die Handwerkskammer Hannover hat für das Jahr 2010 die Priorität gesetzt, Betrieben bei der Versorgung mit Fachkräften zu unterstützen. Warum?

Vogt: Die Deutschen werden weniger und älter. Dieser unumkehrbare Trend fordert das personal- und wissensintensive Handwerk in besonderer Weise heraus. Handwerk gewinnt seine Fachkräfte überwiegend durch eigene Ausbildung, weniger durch Zuwanderung. Daher müssen wir dafür sorgen, dass Betriebe ausbilden können, dass Jugendliche von der Schule den Weg unmittelbar in die betriebliche Ausbildung finden.

Im Sommer 2009 hat die Handwerkskammer 1.500 Ausbildungsbetriebe im Kammerbezirk Hannover befragt. Danach haben bereits 30 Prozent der Betriebe größere bis große Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden. Wie kann die Kammer die Handwerksunternehmen im Wettbewerb mit den anderen Wirtschaftsbereichen so stärken, dass wieder mehr Jugendlichen ihren Weg ins Handwerk finden?

Vogt: Wir werden unsere bisherigen Aktivitäten in Sachen Berufsorientierung nochmals verstärken. Wir wollen Jugendliche noch mehr für Handwerk interessieren und sie motivieren, sich mit dem Wirtschaftsbereich intensiver auseinanderzusetzen. Wir werden Handwerksunternehmer zu Multiplikatoren für das Handwerk schulen, die ihre Berufe in den Schulen lebendig und glaubwürdig vorstellen. Wir werden Betriebe dabei unterstützen, ihre Rekrutierungsprozesse längerfristig anzulegen, erfolgsorientierter zu gestalten und auf neue Zielgruppen wie junge Frauen und Jugendliche mit Fachhochschulreife auszuweiten. Außerdem werden wir eine Internetplattform bereitstellen, die handwerksnah informiert und es erleichtert, dass Betriebe und Bewerber eigeninitiativ und dennoch angeleitet unmittelbar zusammenfinden. Last but not least arbeiten wir an schulischen Maßnahmen mit, die die Ausbildungsreife der Schüler fördern und wollen neue Zielgruppe erschließen, in dem wir (Fach)Hochschüler handwerksnah qualifizieren.

Herr Vogt, vielen Dank für das Gespräch.

 

Serie „Nachwuchskräfte sichern“

In einer Serie zum Thema „Nachwuchskräfte sichern“ werden wir an dieser Stelle in lockerer Folge die Aktivitäten der Handwerkskammer Hannover auf diesem Gebiet vorstellen.

 

Das sind die Themen

1. Unternehmer in Schulen: Das Mentorenprogramm

2. Ausbildungsreife steigern: Das Neustädter Modell

3. Einfach. Gut. Finden. : Das neue Recrutingportal

4. Talente gewinnen: Neue Zielgruppen erschließen

 

Kontakt:

Carl-Michael Vogt

online seit 16. Feb 2010, aktualisiert am 16. Feb 2010

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