Mentoren machen Lust auf Handwerk
Mit großem Einsatz für einen nachhaltigen Effekt sorgen: Das haben sich die Handwerksunternehmer vorgenommen, die als Mentoren in den Schulen für das Handwerk die Werbetrommel rühren. Seit September 2009 sind mehr als 1.000 Schüler von elf Haupt- und Realschulen im Kammerbezirk Hannover bei rund 80 Einsätzen mit Handwerks-Mentoren zusammen getroffen. Durch die persönliche Ansprache finden die Schüler einen emotionalen Zugang zum Thema Handwerk.
„Das Prinzip des Mentoren funktioniert für unseren Zweck deswegen so gut, weil wir viele gestandene Unternehmerpersönlichkeiten haben, die im direkten Umgang mit den Schülern ihr Wissen und ihre Erfahrungen eindrucksvoll vermitteln können“, erzählt Nadine Holl-Grün, die für das Mentorenprogramm in der Handwerkskammer Hannover zuständig ist. Ziel ist es, die Jugendlichen zunächst emotional zu öffnen und für das Handwerk zu begeistern. „Die Informationen über die Berufe und die Arbeitsbedingungen im Handwerk können im Anschluss daran viel besser aufgenommen werden“, betont Holl-Grün.
Mittlerweile kann sie auf einen Pool von 27 Unternehmern aus dem Fleischer-, Kfz-, Gebäudereiniger-, Friseur-, Metallbauer-, Glaser-, Elektroniker-, Sattler-, Bäcker- und aus dem Bauhandwerk zurückgreifen. Sie alle laden Schülergruppen in ihre Betriebe zu einer Betriebserkundung ein oder gehen selbst in die Schulen. Hier stellen sie ihr Gewerk und die allgemeinen Berufsaussichten im Handwerk im Unterricht vor oder stellen die praktischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schülern anhand von realen Aufgaben aus der Betriebspraxis auf die Probe. Außerdem bieten sie Praktika an und stellen die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer vor, in der in der Hochzeit der Bewerbungsphase oft mehr als 800 Lehrstellen aus rund 50 Berufen aufgelistet sind.
„Mir kommt es nicht nur auf die Schüler an, sondern auch auf die Lehrer“, sagt Frank Ludowig, Fleischermeister aus Wunstorf. „Wenn sie sich unsere Produktion angesehen haben, gehen sie zurück in die Schule und werden künftig ein realistischeres Bild vom Fleischerberuf vermitteln können.“
So wie Ludowig wollen auch die anderen Mentoren der Handwerkskammer Hannover ihre Berufe lebendig und glaubwürdig präsentieren. Über die persönlichen Kontakte, die auf diese Weise geknüpft werden, entstehen Praktika und letztlich, wenn es gut läuft, Ausbildungsverträge, die nicht vorzeitig wieder aufgelöst werden, weil die Schüler wissen, was auf sie zukommt.
„Die elf Schulen, die aktuell mit uns zusammenarbeiten, nehmen unser Angebot begeistert an. Die Anfragen und die Organisation laufen über die Handwerkskammer und die von uns geschulten Mentoren übernehmen eigenverantwortlich den Rest“, erläutert Holl-Grün. So lernen Schüler ihre Interessen und Begabungen besser kennen und revidieren unter Umständen ihre Einstellung zu Berufen, die nicht als besonders attraktiv gelten. „Mit diesem Projekt tragen wir dazu bei, qualifizierten Nachwuchs für das Handwerk zu rekrutieren, und das auf eine Weise, die allen Beteiligten sehr viel Spaß macht“, sagt Holl-Grün. (see, 23.03.2010)
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online seit 23. Mrz 2010, aktualisiert am 23. Mrz 2010
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