Ausbildungsabbrüche verhindern

Hannover, 08. April 2010.- Ausbildungsbegleiter helfen Unternehmen und Jugendlichen bei Problemen in der Ausbildung: Seit Monatsbeginn läuft in der Region die Initiative VerA, mit der die Handwerkskammer Hannover, die IHK Hannover, die Steuerberaterkammer Niedersachsen und der Senior Experten Service (SES) Ausbildungsabbrüche verhindern wollen. Rund 40 regionale Experten wurden in den letzten Wochen geschult und stehen Jugendlichen jetzt als Ansprechpartner zur Verfügung.

VerA steht für Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen. Auf den Weg gebracht wurde die Initiative vom SES, den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft und dem Bundesbildungsministerium. Regionale Unterstützung erhält VerA von der Handwerkskammer und der IHK Hannover sowie von der Steuerberaterkammer Niedersachsen.

Noch immer werden zu viele Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst, weil Jugendliche den Ausbildungsberuf wechseln, eine weiterführende Schul- oder Hochschullaufbahn einschlagen oder ganz mit der Ausbildung aufhören. Nach den Zahlen des jüngsten Berufsbildungsberichts lag die Auflösungsquote bundesweit bei rund 20 Prozent.

Vertragsauflösungen sind in der Regel für beide Seiten mit negativen Folgen verbunden. Bei den betroffenen Unternehmen verursachen sie Kosten, für die Jugendlichen bedeuten sie einen Verlust an Zeit und persönliches Scheitern.

VerA ist ein Angebot an jeden, der in der Ausbildung auf Schwierigkeiten stößt. Auf Wunsch vermittelt der SES berufs- und lebenserfahrene Senior Experten als Vertrauenspersonen. Sie helfen ehrenamtlich, unabhängig und individuell. Die Ziele der Ausbildungsbegleitung legen Ausbildungsbegleiter und Jugendliche gemeinsam fest. Die Ausbildungsbegleiter engagieren sich für die Jugendlichen bis zum erfolgreichen Abschluss. Die Unterstützung umfasst auch den Ausgleich sprachlicher Defizite, die Bewältigung alltäglicher Probleme und Motivation in Prüfungs- oder Krisensituationen.

„Unterstützung durch VerA können alle anfordern, die an der Ausbildung beteiligt sind: die Auszubildenden selbst, ihre Eltern, die Ausbildungsbetriebe und auch die Berufsschulen“, erläutert Heinz Orlob, stellv. Hauptgeschäftsführer und Leiter der Abteilung Berufsbildung der IHK Hannover. „Allerdings sollten sich Unternehmer und Lehrer vorab an die Ausbildungsberater der Kammern wenden, die zunächst die rechtlichen Fragen und kurzfristige Interventionsmöglichkeiten klären. Wenn eine langfristige Betreuung der Jugendlichen während der Ausbildung sinnvoll und notwendig erscheint, geben die Ausbildungsberater die Fälle an den SES weiter“, ergänzt Dr. Carl-Michael Vogt, Leiter der Abteilung Berufliche Bildung in der Handwerkskammer Hannover.

Für die Auszubildenden und die Ausbildungsbetriebe ist eine VerA-Begleitung kostenlos. Sie ist zunächst auf zwölf Monate ausgelegt, kann aber bis zum Ende der Ausbildung verlängert werden.

„SES-Experten helfen auch dann, wenn das Ausbildungsverhältnis vorzeitig beendet wird. Gemeinsam geht die Suche nach einem geeigneten neuen Ausbildungsplatz leichter von der Hand“, stellt Rechtsanwältin Bettina Bolz, stellv. Hauptgeschäftsführerin der Steuerberaterkammer Niedersachsen, abschließend fest. Die Initiative läuft vorerst bis Ende 2013.

 

Kontakt:

Bettina Wolf-Moritz, Handwerkskammer Hannover

 

Heinrich Dreyer, Regionalkoordinator der Initiative VerA,
Tel. 0511/3631939, E-Mail:

online seit 09. Apr 2010, aktualisiert am 09. Apr 2010

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