2012 war ein gutes Jahr für das Handwerk

Hannover, 08. Mai 2013.- „2012 war ein gutes Jahr für das Handwerk, auch wenn das wirtschaftliche Umfeld für unsere 18.707 Mitgliedsbetriebe mit ihren 100.180 Beschäftigten und 8.881 Auszubildenden insgesamt schwieriger geworden ist.“ Das machte der Präsident der Handwerkskammer Hannover, Walter Heitmüller, bei der heutigen Frühjahrsvollversammlung deutlich. Denn die aktuelle Konjunkturumfrage für das Frühjahr 2013 zeige eine schlechtere Geschäftslagebeurteilung im Gesamthandwerk als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, und auch bei den Auftrags- und Umsatzzahlen sei die Tendenz eher negativ.

Insgesamt rechnet Heitmüller mit einer spürbaren Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung. Daher werde die Handwerkskammer Hannover weiterhin großes Gewicht darauf legen, bei der Politik für eine handwerksgerechte Wirtschaftspolitik zu streiten. Dass das Erfolg habe, zeige die Reaktion der neuen Landesregierung auf das Positionspapier der Handwerkskammer Hannover zur Landtagswahl im Januar 2013. „Wir begrüßen es sehr, dass im Koalitionsvertrag steht, dass die rot-grüne Koalition ihren besonderen Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen legen will und insbesondere die Wirtschafts- und Bildungsleistung des Handwerks anerkennt,“ erklärte Heitmüller. Eine positive Absichtserklärung allein reiche aber nicht. Daher werde das Handwerk die Arbeit der Regierung in den nächsten Monaten genau im Blick behalten und auf ihre Handwerkstauglichkeit überprüfen.

Hauptgeschäftsführer Jans-Paul Ernsting führte aus, dass das Jahr 2012 für das Handwerk im Kammerbezirk Hannover mit einer positiven Bilanz abgeschlossen habe. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe sei erneut gestiegen. Demnach waren Ende Dezember 2012 18.707 Betriebe in der Handwerksrolle eingetragen. Das sind 0,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Damit habe sich das Handwerk auf gutem Niveau stabilisiert. Mit Sorge wies Ernsting aber darauf hin, dass die Gruppe der zulassungspflichtigen Handwerke (Meisterbetriebe/Anlage A) erneut leicht geschrumpft sei. Hier wurden Ende 2012 11.192 Betriebe gezählt. Das entspricht einem neuerlichen Rückgang von 0,6 Prozent.

Er machte deutlich, dass rund 41 Prozent der Betriebe des Handwerkskammerbezirks Hannover mittlerweile zum zulassungsfreien Handwerk und zu den handwerksähnlichen Gewerben gehören. 4.161 Betriebe waren zum Jahresende 2012 in den 53 zulassungsfreien Handwerksberufen eingetragen. Das sind 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Tendenz weiter steigend.

„Es bleibt dabei,“ so Ernsting, „seit Jahren entstehen sehr kleine neue Betriebe im Handwerk ganz überwiegend im zulassungsfreien Bereich, also dort, wo keine Qualifikationsnachweise für die Gründung erforderlich sind.“ Die Dequalifizierungsspirale, vor der die Handwerkskammer Hannover seit Jahren gewarnt habe, sei längst in Gang gesetzt.

Die Folgen seien deutlich: zum einen sei ein großer Teil der Existenzgründungen im zulassungsfreien Bereich nicht nachhaltig. Zum anderen werde auch das Ausbildungsengagement in diesem Bereich weiter zurückgefahren. So waren am 31. Dezember 2012 nur noch 8.881 Auszubildende in der Lehrlingsrolle der Handwerkskammer Hannover eingetragen. Das entspricht einem Rückgang von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Kammerhauptgeschäftsführer machte deutlich, dass die Handwerkskammer Hannover natürlich nicht nachlassen werde, um Schulabgängerinnen und Schulabgänger für das Handwerk zu werben. Das allein werde aber nicht ausreichen, um dem demografischen Wandel Paroli zu bieten. Auch neue Zielgruppen müssten für das Handwerk erschlossen werden, die bislang in diesem Wirtschaftsbereich eher unterrepräsentiert seien. Dabei gehe es unter anderem um die Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, von Migrantinnen und Migranten und nicht zuletzt von älteren Beschäftigten.

Um die Fachkräftelücke zu schließen und die Mitgliedsbetriebe bei ihrer Personalarbeit zu unterstützen, habe die Handwerkskammer bereits vor Jahren unter dem Stichwort Personaldienstleistungszentrum damit begonnen, neue Dienstleistungsstrukturen aufzubauen. Diesen Weg werde die Handwerkskammer Hannover auch im Jahr 2013 weiter verfolgen.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Dr. Sabine Wilp