V.l.n.r.: Alberto Montejo, David Nordmann und Tamara Henke.
Oßwald
V.l.n.r.: Alberto Montejo, David Nordmann und Tamara Henke.

Ausbildung kennt keine Grenzen

Mit dem Handwerk kommst du überall hin: So lautet das Motto der Funke OHG in Twistringen, die auf internationale Aus- und Fortbildung setzt.

Hannover.- (vo) Alberto Montejo ist einer der insgesamt 15 jungen Spaniern, die mittels des Projekts „Vamos! Europa deine Zukunft!“ 2014 nach Deutschland kamen, um sich hier eine berufliche Zukunft aufzubauen. Nach wie vor ist die Jugendarbeitslosenquote in Spanien sehr hoch. Das war damals einer der Gründe für Montejo, den Schritt zu wagen und seine Heimat Sevilla zu verlassen. Knapp drei Jahre ist das jetzt her. Mittlerweile ist Alberto Montejo einer der ersten Spanier, der seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik nicht nur abgeschlossen, sondern sogar um ein Jahr verkürzt hat.

„Alberto hatte den nötigen Ehrgeiz nicht nur die Sprache zu lernen, sondern sich in Sachen Berufsschule und Ausbildung voll reinzuhängen“, lobt David Nordmann, der bei der Funke OHG in Twistringen für die Ausbildung zuständig. „Ich bin total froh nach Deutschland gekommen zu sein und mich für die Ausbildung entschieden zu haben“, erklärt der 26-Jährige Spanier in fast perfektem Deutsch. Fernweh nach der Heimat hat Montejo nicht wirklich: "Ich liebe es hier auf dem Land und ich will hier bleiben“, erklärt er.

Mit Montejo hat die Funke OHG eine wichtige Fachkraft für den Betrieb gewonnen, denn einfach sei es nicht, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden – weder Auszubildende noch Gesellen, berichtet Nordmann. Um als Handwerksunternehmen für junge Menschen attraktiv zu bleiben, ist der Betrieb auf vielen Ebenen in der Nachwuchsgewinnung aktiv. So ermöglicht er seinen Auszubildenden unter anderem auch, an einem Lernaufenthalt im Ausland teilzunehmen und somit ein Teil der Ausbildung in Norwegen, England, Spanien oder Frankreich zu verbringen.

„Ich kann nur jedem Betrieb empfehlen dies seinen Lehrlingen zu ermöglichen. Sie kommen mit ganz neuer Motivation wieder, sind selbstständiger und bringen andere Arbeitsweisen oder neue Ideen mit in den Betrieb zurück. Das kann eigentlich nur ein Gewinn sein“, betont Nordmann, der selbst plant über den Tellerrand zu schauen und mit Hilfe eines Praktikums im Ausland Berufserfahrungen zu sammeln, um diese für den Betrieb zu nutzen. Und auch Tamara Henke, eine der Auszubildenden bei Funke, hat sich gerade dazu entschlossen, an einem 6-wöchigen Projektpraktikum in Ghana teilzunehmen. Dies wird von ihrem Ausbildungsbetrieb nachdrücklich begrüßt.

„Mit dem neuen Programm erhalten Auszubildende die Möglichkeit, das Thema Erneuerbare Energien aus einer anderen Länderperspektive kennenzulernen und ihre Fachkenntnisse mit ghanaischen Fachkräften auszutauschen. Neben der fachlichen Qualifikation im internationalen Kontext vertiefen die Lehrlinge auch ihr Verständnis für globale Zusammenhänge und können ihre Lernerfahrungen in Deutschland für mehr Nachhaltigkeit im Ausbildungsbetrieb einsetzten“, erläutert Lena Specht, die bei der Handwerkskammer Hannover für internationale Angelegenheiten zuständig ist. Für Tamara Henke, Auszubildende im Kälteanlagenmechatronikerhandwerk, genau das Richtige: „Ich habe nach einer außergewöhnlichen Lernerfahrung gesucht und hoffe jetzt, dass ich Glück habe und beim dem Programm mitmachen darf“, sagt Henke. (03.03.2017)

Sie sind Ausbilder, Betriebsinhaber oder Ausbildungsverantwortlicher und interessieren sich für einen Auslandsaufenthalt oder wollen Ihren Auszubildenden ermöglichen einen Teil der Ausbildung im Ausland zu verbringen? Dann wenden Sie sich an unsere Mobilitätsberaterin Lena Specht.

Kontakt:

Lena Specht
Beauftragte für internationale Angelegenheiten und Partnerschaften, EU-Projekte

Tel. (05 11) 5 45 62 29 - 51
Fax (05 11) 3 48 59 - 32
specht--at--hwk-hannover.de