Christine Seeger

Bilanz 2013 fiel für das Handwerk positiv aus

Hannover, 22. Mai 2014.- "2013 war ein gutes Jahr für das Handwerk, und auch der Start ins Jahr 2014 ist positiv verlaufen." Das machte Handwerkskammerpräsident Walter Heitmüller in seinem letzten Jahresbericht bei der heutigen Frühjahrsvollversammlung deutlich. Die Daten aus der Frühjahrskonjunkturumfrage zeigten, dass die Handwerksbetriebe im Kammerbezirk überwiegend optimistisch gestimmt seien. Die Geschäftslagebeurteilung und auch die Auftragsentwicklung seien insgesamt als positiv zu bewerten. Darüber hinaus gehe das Handwerk von einer weiteren konjunkturellen Aufhellung im Jahresverlauf aus.

Auch Hauptgeschäftsführer Jans-Paul Ernsting führte aus, dass das Jahr 2013 für das Handwerk im Kammerbezirk Hannover mit einer positiven Bilanz abgeschlossen habe. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe sei erneut gestiegen. Demnach waren Ende Dezember 2013 18.837 Betriebe in der Handwerksrolle eingetragen. Das sind 130 Betriebe bzw. 0,7 Prozent mehr als im Jahr davor. Damit habe sich das Handwerk auf gutem Niveau stabilisiert. Mit Sorge wies Ernsting aber darauf hin, dass die Gruppe der zulassungspflichtigen Handwerke (Meisterbetriebe/Anlage A) erneut leicht geschrumpft sei. Hier wurden Ende 2013 11.126 Betriebe und damit 66 weniger als im Vorjahr gezählt. Das entspricht einem neuerlichen Rückgang von 0,6 Prozent.

Ernsting machte deutlich, dass rund 41 Prozent der Betriebe des Handwerkskammerbezirks Hannover mittlerweile zum zulassungsfreien Handwerk und zu den handwerksähnlichen Gewerben gehören. 4.333 Betriebe waren zum Jahresende 2013 in den 53 zulassungsfreien Handwerksberufen eingetragen. Das entspricht einem Zuwachs von 172 Betrieben (+4,1 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Tendenz weiter steigend. Leichte Steigerungen gab es auch im Bereich der handwerksähnlichen Gewerbe der Anlage B2. Hier wurde am Ende des Jahres 2013 insgesamt 3.378 Betriebe und damit 24 mehr (+0,7 Prozent) gezählt als Ende 2012.

"Wenn man die Betriebszahlen analysiert, dann werden drei Dinge besonders deutlich," erklärte Ernsting. "Die Zahl der Kleinstbetriebe steigt von Jahr zu Jahr, viele Existenzgründungen im zulassungsfreien Bereich sind nicht nachhaltig, und das Ausbildungsengagement sinkt."

Die Folgen für das Handwerk sind massiv. Die Dequalifizierungsspirale, vor der die Handwerkskammer Hannover seit Jahren gewarnt habe, sei längst in Gang gesetzt. Sorgen bereite der Kammer darüber hinaus die weiter zurückgehenden Ausbildungszahlen. So waren am 31. Dezember 2013 nur noch 8.460 Auszubildende in der Lehrlingsrolle der Handwerkskammer Hannover eingetragen. Das entspricht einem neuerlichen Rückgang von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Kammerhauptgeschäftsführer machte deutlich, dass die Handwerkskammer Hannover natürlich nicht nachlassen werde, um Schulabgängerinnen und Schulabgänger für das Handwerk zu werben. Das allein werde aber nicht ausreichen, um dem demografischen Wandel Paroli zu bieten. Auch neue Zielgruppen müssten für das Handwerk erschlossen werden, die bislang in diesem Wirtschaftsbereich eher unterrepräsentiert seien. Dabei gehe es unter anderem um die Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, von Migrantinnen und Migranten und nicht zuletzt von älteren Beschäftigten. Darüber hinaus müsse aber auch versucht werden, den Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Fachhochschul- bzw. Hochschulreife im Handwerk zu erhöhen.

Um die Fachkräftelücke zu schließen und die Mitgliedsbetriebe bei ihrer Personalarbeit zu unterstützen, habe die Handwerkskammer bereits vor Jahren unter dem Stichwort Personaldienstleistungszentrum damit begonnen, neue Dienstleistungsstrukturen aufzubauen. Diesen Weg werde die Handwerkskammer Hannover auch im Jahr 2014 weiter verfolgen.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Dr. Sabine Wilp