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Bootsbau: Von Hölzern und Harzen

In unserer Sommerserie stellen wir Ihnen eine Reihe interessanter Handwerksberufe am Beispiel von Betrieben aus unserem Kammerbezirk vor. Dritte Station: Die Bootswerft Bopp & Dietrich aus Steinhude.

Steinhude.- (fb) „Ein gutes Boot ist auch immer ein schönes Boot“, meint Felix Tafel, Bootsbauer-Auszubildender im letzten der dreieinhalb Lehrjahre. Ein gutes Boot zeichne sich wiederrum durch den Strak aus. Das Wort kommt aus dem Plattdeutschen und bedeutet „Streicheln“. Im Bootsbau steht es laut Tafel für eine „dem Auge wohlgefällige Linie“. Bootsbauer verstehen darunter eine optimale Formgebung des Bootes.

„Ein guter Bootsbauer findet die perfekte Linienführung“, sagt er. Dazu müssen sie im Laufe der Ausbildung geradezu Virtuosen des Schleifpapiers werden. „Das Wichtigste, das man als Azubi lernt, ist schleifen,“ erklärt Tafel mit einem kleinen Augenzwinkern. Mit viel Gefühl muss das Holz bearbeitet werden. Geduld ist dabei unerlässlich, denn Bootsbau ist auch eine Abfolge von Schleifen und Lackieren. Damit ein Boot seetauglich wird und bleibt, muss der Bootskörper nämlich mit etlichen Harz-Schichten versehen werden. Deswegen müssen Bootsbauer auch über Kenntnisse in Chemie verfügen. Zudem müssen sie schweißen können, denn außer mit Holz haben sie mit Stahl und Aluminium zu tun – und sie müssen das umfangreiche Fachvokabular aus Bootsbau und Seemannschaft beherrschen. Da kann es nicht schaden, wenn ein Bootsbauer auch selbst zu segeln versteht, so Tafel.

Während im Sommer bei der Bootswerft Bopp & Dietrich der Service und Reparaturen im Vordergrund stehen, werden im Winter viele Boote neu gebaut oder general überholt. Aber egal, was auf dem Tagesprogramm steht: „Wir haben hier Lust auf schöne Boote“, sagt Felix Tafel. (27.07.2018)



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