Eigentümer Wolfgang Breitner (Mitte) mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Verleihung des Integrationspreises in Hamburg, links: Andrej Lir und Janin Schwarze (Geselle/in), rechts: Natalie Hergert und Olaf Lange (Meister/in). Quelle: BIV
Eigentümer Wolfgang Breitner (Mitte) mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Verleihung des Integrationspreises in Hamburg, links: Andrej Lir und Janin Schwarze (Geselle/in), rechts: Natalie Hergert und Olaf Lange (Meister/in). Quelle: BIV

"CleanTeam" integriert vorbildlich

Das Obernkirchner Unternehmen erhält den Integrationspreis des Bundesinnungsverbandes.

Obernkirchen.-  Das Engagement zur Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Qualifikation ist bei „Breitner CleanTeam“ herausragend. Dafür wurde Geschäftsführer Wolfgang Breitner jüngst mit dem „Integrationspreis 2018“ des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) ausgezeichnet. Für die Jury, zu der unter anderem Roland Böhm (Bundesvorstandsmitglied des BIV) und Peter Hartmann (Chefredakteur Fachmagazin Rationell Reinigen) gehören, ist bei dem mittelständischen Unternehmen spürbar, dass die Integration im gesamten Unternehmen stattfindet und von der Führungskraft vorgelebt und im Alltag gelebt wird.

Bereits seit der Firmengründung 1996 arbeiten in dem Unternehmen Menschen mit Migrationshintergrund. Für Breitner ist dies eine gesellschaftliche Verantwortung und eine Notwendigkeit, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. Hautfarbe, Religion, Herkunft oder Kultur spielen bei keine Rolle. Breitner: „Wichtig ist für uns ausschließlich, dass Mitarbeiter ihre Arbeit zuverlässig und kompetent ausführen.“ Sechs Mitarbeiter ohne deutsche Staatsangehörigkeit arbeiten derzeit bei „Breitner CleanTeam“, zwei machen eine Ausbildung zum Gebäudereiniger.

In der Branche arbeiten bereits Menschen mit ausländischen Wurzeln. Von 650.000 Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk haben knapp 25 Prozent einen Migrationshintergrund. Das sind rund 150.000 Mitarbeiter aus mehr als 100 Nationen. Breitner: „Die meist negative öffentliche Darstellung und Wahrnehmung der Flüchtlinge ist aus meiner Sicht völlig falsch. Es hat sich gezeigt, dass diese Menschen arbeiten und sich integrieren wollen. Man muss ihnen nur eine Chance geben und ihre Kultur und ihre Religion respektieren. Genau das machen wir“, erklärt Breitner.

Auch alleinerziehende Mütter bekommen eine Chance

Für den Geschäftsführer geht Integration aber noch weit darüber hinaus. Integration bedeutet für ihn auch, Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben teilhaben zu lassen und jungen, alleinerziehenden Frauen eine Ausbildung zu ermöglichen. „Breitner CleanTeam“ war eines der ersten Unternehmen in der Branche, das eine  Teilzeitausbildung anbot. "Ein Erfolgsprojekt. Natalie Hergert war die erste Frau, die diesen Weg einschlug. Heute hat die alleinerziehende Mutter von drei Kindern neben der Gesellenprüfung auch noch die Meisterprüfung mit Erfolg bestanden", berichtet Breitner.

Dieser Ausbildungsmöglichkeit wird in der Branche nur wenig Beachtung geschenkt. Dabei stellen Frauen mit rund 80 Prozent das Gros der Mitarbeiter. „Umso wichtiger ist es, als Arbeitgeber Frauen die Chance zu geben, Familie und Beruf zu vereinbaren. Das nicht zu machen, ist einfach ein Versäumnis“, betont Breitner. Organisatorisch sei das gut zu bewältigen und der Geschäftsführer gewinne darüber qualifizierte Mitarbeiterinnen, die dringend benötigt würden.

„Für eine erfolgreiche Integration, ist eine Flexibilität im Denken wichtig“, betont Breitner. In alten Strukturen festzuhängen, würde wirtschaftliches Wachstum blockieren. Möglich ist dies alles aber nur, wenn die Führungskräfte dahinter stehen. Sie müssen das Selbstverständnis vorleben. Breitner: „Nur wenn die Mitarbeiter als gut funktionierendes Team zusammenarbeiten, können wir auch wachsen.“ (03.01.2019)