Das Handwerk bringt Job und Familie ins Gleichgewicht

Hannover/Berlin, 8. Mai 2012 – Vormittags im Kundengespräch und nachmittags mit den Kindern auf dem Abenteuerspielplatz: Dank individueller Arbeitszeitmodelle und gezielter Mitarbeiterförderung können viele Handwerker Beruf und Familie ideal vereinen. Davon profitieren letztendlich auch die Betriebe: Denn nur motivierte und ausgeglichene Mitarbeiter setzen sich leidenschaftlich für ihren Job ein und vollbringen für ihre Kunden Höchstleistungen.

Zufriedene Mitarbeiter trotz hoher Arbeitsbelastung

Für Sabine Beutler, Geschäftsführerin der Beutler Werbetechnik GmbH in Hannover, zählt zur unternehmerischen Verantwortung vor allem das Kümmern um die Mitarbeiter. "Neben einer ambitionierten Ausbildung setzen wir grundsätzlich auf gutes Einvernehmen mit unseren Mitarbeitern“, sagt Beutler. Dazu gehören flexible Arbeitszeitregelungen wie ein Jahresarbeitszeitkonto, Job-Sharing-Modelle und individuell geregelte Teilzeitarbeit. Dies erlaubt den Mitarbeitern, berufliche Anforderungen sowie Freizeit und familiären Ausgleich zu vereinbaren. All diese Maßnahmen sind sowohl für Beschäftigte als auch Unternehmen von Vorteil. Denn motivierte Mitarbeiter, die mitdenken und sich wohl fühlen, bleiben lange dabei und geben das Beste für ihre Firma.

Für Raumausstattermeister Werner Tubbesing aus Uchte ist es eine der größten unternehmerischen Herausforderungen, seine weiblichen Mitarbeiterinnen auch während und nach der Elternzeit im Unternehmen zu halten. Dafür macht er vieles möglich. Bereits vor 13 Jahren verlagerte er kurzerhand seine komplette Polsterei zu einer Mitarbeiterin nach Hause. "Unsere Mitarbeiterin Marion Kanning hat nach dem ersten Kind Vollzeit weitergearbeitet, aber als Nummer zwei und drei kamen, mussten wir uns etwas einfallen lassen“, erläutert ihr Chef Werner Tubbesing. Geeinigt haben sie sich eben auf die ganz große Lösung. Und so war es für die dreifache Mutter möglich, fast ohne Unterbrechung und ohne Stundenreduzierung weiter zu arbeiten. Und dem Raumausstatterbetrieb blieben das Wissen und die Kompetenz erhalten, die ansonsten mühsam und kostenintensiv wieder aufgebaut werden müsste.

Das Handwerk baut "Schutzraum für Kinder“

Dass der Einsatz für Familien und Kinder im Handwerk weit über den Arbeitsalltag hinausgeht, beweist die LR Facility Services aus Barnstorf. Seit 2005 engagieren sich die Inhaberfamilie und Mitarbeiter in einer Patenschaft für "Sri Lanka“. Im Südosten, wo der Tsunami von 2004 verheerende Auswirkungen vor allem auf die überlebenden Kinder hatte, haben sie mit vereinten Kräften dafür gesorgt, dass sechs Kindergärten und ein Berufsbildungszentrum gebaut werden konnten.

Mit handwerklicher Schaffenskraft und voller Leidenschaft haben sie mit Spendengeldern und viel Eigenarbeit vor Ort mehreren hundert Kindern eine geschützte Anlaufstelle geschaffen und mehr als 400 Jugendlichen berufliche Perspektiven eröffnet.

Außerdem sind mittlerweile mit den Spendengeldern 1000 zinslose Kleinkredite an Frauen vergeben worden, die sich damit eine berufliche Existenz aufbauen wollen. "Es ist sehr beeindruckend, mit welchen einfachen Ideen und Methoden die Menschen ihre Situation in die Hand nehmen“, erzählt Angelika Hinsenhofen, die das Gebäudereinigungsunternehmen seit 1995 in zweiter Generation leitet. „Jeder Euro kommt hundertprozentig den Kindern und Frauen vor Ort zugute, alle administrativen Kosten trägt das Unternehmen“, so die Unternehmerfrau stolz.

Kontakt:
Dr. Zulia Gubaydullina