Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries auf dem Messerundgang auf der IHM 2017
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Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries auf dem Messerundgang auf der IHM 2017

Der Meisterbrief muss bleiben!

Das versicherte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries bei der IHM in München. Das dürfte Handwerkskammerpräsident Karl-Wilhelm Steinmann gern gehört haben, ist er doch selbst mit EU-Abgeordneten im Gespräch.

München/Hannover.-(see) "Wir wollen unsere gute Handwerksordnung behalten. Der Meisterbrief muss bleiben", sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries gestern bei der Eröffnung der Internationalen Handwerkmesse 2017 in München. Außerdem wolle sie das Ausbildungssystem in Deutschland schützen und die Selbstverwaltung der Kammern in Deutschland nicht antasten.

Zu diesem deutlichen Bekenntnis kam es, weil das neue EU-Dienstleistungspaket bei der Eröffnung der Internationalen Handwerksmesse im Mittelpunkt stand. Vertreter des deutschen Handwerks äußerten auf der Podiumsdiskussion der IHM ihren Unmut und ihre Sorgen über einen neuerlichen Angriff auf den Meisterbrief durch das geplante EU-Dienstleistungspaket.

„In vielen Gesprächen geht es hier in München um die Pläne der EU-Kommission eine Dienstleistungskarte einzuführen und die Verhältnismäßigkeit von Berufsreglementierungen in den einzelnen Ländern zu überprüfen“, erläutert Karl-Wilhelm Steinmann, Präsident der Handwerkskammer Hannover und Vorsitzender der Landesvertretung der Handwerkskammern in Niedersachsen. Viele sähen darin nicht nur einen erneuten Angriff auf den Meisterbrief, sondern auch gewisse Standards auf dem deutschen Arbeitsmarkt wie Mindestlohn und Arbeitsschutz in Gefahr.

„Unsere Aufgabe als Handwerksvertreter ist es, dafür zu kämpfen, dass das duale Ausbildungssystem und der Meister als Qualifikation nicht angetastet wird“, so Steinmann. Dazu würden zurzeit auch im Kammerbezirk Hannover mit den entsprechenden EU-Abgeordneten Gespräche geführt.

Das erste Treffen mit Burkhard Balz (MdEP) fand bereits Anfang der Woche in der Kreishandwerkerschaft Schaumburg statt. Weitere Gespräche  mit den EU-Abgeordneten Bernd Lange aus Hannover und Gesine Meißner aus Wennigsen werden folgen. „Burkhard Balz hat jedenfalls unsere Argumente sehr positiv aufgenommen und uns seine Unterstützung zugesichert“, resümiert Steinmann. (09.03.2017)



  • Aktueller Hinweis:
    Bei der ZDH-Vollversammlung wurde eine Resolution unter dem Motto "Ja zum Binnenmarkt - Nein zum Dienstleistungspaket" verabschiedet, in dem die wichtigsten Argumente noch einmal zusammengefaßt sind. Diese Resolution haben wir zum Download bereit gestellt.


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