EEG-Umlage: Handwerk fordert rasches Umsteuern

Hannover, 15.10.2012.- Zum 1. Januar steigt die EEG-Abgabe von 3,67 Cent pro Kilowattstunde auf vermutlich 5,227 Cent. Die auf den Strompreis aufgeschlagene Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt damit um 47 Prozent. „Das ist ein Anstieg, von dem nicht nur private Haushalte betroffen sind. Auch Handwerksbetriebe werden den Kostenanstieg im nächsten Jahr zum Teil nur schwer verkraften können“, betont Jans-Paul Ernsting, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, „denn Ausnahmeregelungen für Handwerksbetriebe gibt es nicht.“

Das würde für eine mittlere Bäckerei mit einem Jahresverbrauch von 100.000 Kilowattstunden bedeuten, dass allein diese Zusatzkosten beim Strompreis um rund 1500 Euro auf ca. 5300 Euro ansteigen - ohne Mehrwertsteuer. „Das wäre eine deutliche Mehrbelastung, gerade für die Betriebe, die viel Energie verbrauchen und die die Möglichkeiten zur Energieeffizienzsteigerung bereits ausgeschöpft haben“, so Ernsting. Dazu zählten vor allem Metall-, aber auch Friseur- und Kfz-Betriebe. Letztendlich könne das dazu führen, dass die steigenden Kosten auch an die Kunden weitergegeben werden müssten.

Die Handwerksorganisation mahnt seit Jahren, dass Energie bezahlbar bleiben muss. „Die Politik ist in der Pflicht, hier gegenzusteuern“, fordert Ernsting. Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) müsse umgehend erfolgen, damit der ökologisch notwendige Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht zu einer gravierenden Standortbelastung für Deutschland werde. Es könne nicht sein, dass – wie zurzeit geplant - der konkrete Gesetzentwurf erst im Juni 2013 vorgelegt werde, denn dann sei die Verabschiedung in dieser Legislaturperiode kaum noch realisierbar.

„Wir werden uns in diese politische Diskussion weiterhin konstruktiv einbringen“, so Ernsting. „Den Betrieben möchte ich allerdings auch unsere Beratungskompetenz in Sachen Energieeffizienz ans Herz legen. Wer in seinem Unternehmen noch Einsparpotentiale vermutet, sollte sich an unsere Experten oder an die von uns ausgebildeten mehr als 2.000 Gebäudeenergieberater wenden. Wer jetzt in energetische Sanierung investiert, wird in Zukunft viel Geld sparen können.“

Ansprechpartnerin für die Medien:
Christine Seeger