Ehrenamtliches Engagement ist für das Handwerk wichtig

Statement von Jans-Paul Ernsting, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, zur Berichterstattung in der HAZ „Handwerkspräsidenten vergolden ihr Ehrenamt“ (vom 07. Dezember 2012)

Hannover, 07. Dezember 2012.- „Die Selbstverwaltung des Handwerks setzt die Bereitschaft der Handwerkerinnen und Handwerker voraus, sich in den Vertretungen ihrer Handwerkskammer zu engagieren. Wir müssen deshalb darauf achten, dass die Mitarbeit in den Gremien der Handwerksorganisation für Handwerkerinnen und Handwerker leistbar bleibt.

Die Entschädigungsordnung ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Baustein. Durch ihre Regelungen muss sichergestellt werden, dass den in die Vorstände und Vollversammlungen gewählten Handwerkerinnen und Handwerkern durch die Ausübung ihres Mandats kein finanzieller Nachteil entsteht. Zum anderen muss die Entschädigungsordnung in jeder Hinsicht widerspiegeln, dass es sich um eine unentgeltliche Tätigkeit handelt. Denn grundsätzlich gilt: Ehrenamtlich Tätige engagieren sich ohne materielle Gegenleistung für das Handwerk. Schon deshalb verdient ihr Einsatz größten Respekt und uneingeschränkte Anerkennung.

Die Berichterstattung in der heutigen Ausgabe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung „Handwerkspräsidenten vergolden ihr Ehrenamt“ erweckt den Eindruck, dass sich die Präsidenten der niedersächsischen Handwerkskammern durch die gezahlten Aufwandsentschädigungen unrechtmäßig bereichert haben.

Es entspricht der Rechtslage, dass Ehrenamtsträger des Handwerks für den zeitlichen Aufwand, der mit der Wahrnehmung des Ehrenamts verbunden ist, eine Aufwandsentschädigung erhalten können. Denn Unternehmerinnen und Unternehmer des Handwerks haben in der Regel kleine Betriebe, die durch das Fehlen des Chefs oder der Chefin bei Ausübung des Ehrenamtes einer ernsthaften Belastungsprobe unterzogen werden. Die Aufwandsentschädigungen dienen daher dazu, diese Belastungen abzufedern.

Bei den Entschädigungen, die von der Handwerkskammer Hannover bisher gezahlt wurden, haben wir uns seit Jahrzehnten an den Vorgaben der Rechtsaufsicht im Wirtschaftsministerium orientiert. Es wurde das umgesetzt, was von der Rechtsaufsicht als angemessen bezeichnet wurde.

Die Aufwandsentschädigung beispielsweise für den Handwerkskammerpräsidenten in Hannover lag in den vergangenen Jahren deutlich unter 30.000 Euro. Ein vergleichsweise kleiner Betrag angesichts der hohen zeitlichen Belastung, die dieses Amt für den jeweiligen Amtsinhaber bedeutet.

Darüber hinaus wurden die Aufwandsentschädigungen jedes Jahr von der Vollversammlung, also dem handwerklichen Parlament, mit dem Haushaltsplan verabschiedet. Da wurde nichts versteckt und nichts verschleiert. Im Gegenteil!

Zudem werden die Haushalte der Handwerkskammer Hannover von der Rechtsaufsicht zur Kenntnis genommen und genehmigt.

Es hat in der Tat im Verlauf des Jahres 2012 diverse Gespräche zwischen Kammern und Ministerium gegeben, um die Aufwandsentschädigungen auf eine neue Grundlage zu stellen. Eine Einigung zwischen den Handwerkskammern und dem Ministerium wurde herbeigeführt. Ab Januar gilt, dass die Entschädigung für Zeitversäumnis nicht mehr als 20,00 Euro pro Stunde betragen darf. Dies werden wir selbstverständlich so umsetzen.“

Ansprechpartnerin für die Medien:
Dr. Sabine Wilp