Entscheidung gefallen

Hannover, 17. Dezember 2014.- Handwerk und Kunst gehören zusammen. Das zeigt der Wettbewerb „Kunst am Bau“ der Handwerkskammer Hannover für die energetisch modernisierten Werkstätten des Elektro- und Kfz-Bereichs des Förderungs- und Bildungszentrums ganz deutlich. Jetzt wählte eine fünfköpfige Jury aus den 91 Zusendungen den Siegerentwurf aus. Er stammt von Kurt Laurent Theinert, Fotograf und Lichtkünstler aus Stuttgart. In den nächsten Wochen wird Theinert nun seine Foto-Collage „Raum im Raum im Raum“ fertigstellen, damit sie bei der offiziellen Eröffnung der Werkstätten den unteren und oberen Eingangsbereich und das Treppenhaus des sanierten Bauteils künstlerisch aufwertet.

„Wir haben aus dem gesamten Bundesgebiet 91 Einsendungen erhalten. In einem zweistufigen, anonymen Verfahren wurden fünf Entwürfe für die zweite Bewertungsrunde ausgewählt“, erläutert Volker Schmolz, Leiter des Förderungs- und Bildungszentrums und Jurymitglied. „Den Ausschlag für den Siegerentwurf gab nach intensiver Diskussion die innovative Herstellungstechnik der überdimensional großen Fotoinstallation und der direkte Bezug der Motive zu den Menschen und ihren Tätigkeiten in den Werkstätten des Förderungs- und Bildungszentrums“, so Schmolz.

Kurt Theinert fotografiert im ersten Schritte Auszubildende und Gesellen bei der praktischen Arbeit in den Werkstätten. Danach schneidet er Teile der Motive aus Metallic-Folien aus und klebt sie auf die Wände. Der Clou der Collage ist, dass je nach Standort des Betrachters die Motive deutlich zu erkennen sind oder nur verzerrt wahrgenommen werden. „So verbindet sich der Inhalt des Gebäudes mit der Form des Gebäudes“, wie der Künstler die Idee, die sich hinter der Collage verbirgt, beschreibt.

„Wir waren überrascht, dass sich so viele Künstlerinnen und Künstler mit wirklich tollen Ideen an dem Wettbewerb beteiligt haben“, betont Rüdiger Tamm, Leiter der Werkakademie für Gestaltung und Design im Handwerk Niedersachsen e. V., der den Wettbewerb für die Handwerkskammer Hannover nach einer bundeseinheitlichen Richtlinie durchgeführt hat. „Gerade für junge Künstler ist es eine sehr gute Referenz, wenn sie beim Wettbewerb der Handwerkskammer zum Zuge kommen“, erläutert Tamm.

Auch der Präsident der Handwerkskammer Hannover, Karl-Wilhelm Steinmann, ist mit dem Ergebnis des Wettbewerbs sehr zufrieden: „Ich finde es toll, dass wir Kunst, Architektur und Handwerk durch diesen Kunst-am-Bau-Wettbewerb im Förderungs- und Bildungszentrum in ein besonderes Spannungsverhältnis gebracht haben“, erklärt er. "Die Künstlerinnen und Künstler haben sich mit den Inhalten und Zielen der handwerklichen Aus- und Weiterbildung auseinandergesetzt und den lehrenden und lernenden Menschen in unserem Bildungszentrum eröffnen sich durch die künstlerische Umsetzung neue Horizonte", so Steinmann.

Für die energetische Modernisierung der Elektro- und Kfz-Werkstätten wurden 2,77 Millionen Euro aufgewendet. 0,9 Prozent der Gesamtinvestitionssumme – das sind 25.000 Euro – standen für den Wettbewerb zur Verfügung. Der Großteil dieser Summe, nämlich 15.000 Euro, ist für die Realisierung des Kunstwerks bestimmt. Am 10. Februar 2015 werden die neuen Werkstattbereiche und das Kunstwerk von Kurt Laurenz Theinert der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Auch für die weiteren Modernisierungsschritte, die zwischen 2016 und 2018 realisiert werden sollen und ein Gesamtvolumen von 14 Millionen Euro umfassen, wird erneut ein Wettbewerb „Kunst am Bau“ durchgeführt werden.



Kunst am Bau:
Mit dem Begriff „Kunst am Bau“ wird eine Selbstverpflichtung des Staates und anderer öffentlicher Stellen als Bauherrn verstanden, einen gewissen Anteil der Baukosten– meist um die 1 Prozent – für Kunstwerke zu verwenden.
Durchführung des Wettbewerbs:
Werkakademie für Gestaltung und Design im Handwerk Niedersachsen e.V. /Agentur

Die Jury:
Volker Schmolz, Förderungs- und Bildungszentrum der Handwerkskammer Hannover
Alexandra Carls, Oberfinanzdirektion Hannover als Vertreterin des BIBB
Jörn Dierking, Förderungs- und Bildungszentrum
Dagmar Schmidt, Bund Bildender Künstler, Geschäftsstelle Niedersachsen
Friederike Otto, Werkakademie für Gestaltung und Design im Handwerk Niedersachsen e.V.

Verfahrensform:
Der Wettbewerb fand in offener Form und zwei Phasen – orientiert an den Richtlinien des Leitfadens „Kunst am Bau“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung – statt. In der ersten Phase wurde von den Teilnehmern die Darstellung von Konzepten erwartet, die es dem Preisgericht ermöglichten, einerseits anonym die Entwurfsansätze mit den größten Entwicklungspotenzialen für eine Weiterbearbeitung in der zweiten Phase auszuwählen und andererseits Empfehlungen für die weitere Bearbeitung zu formulieren.