Bianca Rosenhagen, Lutz Reinert, Kerstin Anger
Bianca Rosenhagen, Lutz Reinert, Kerstin Anger

Fit statt fertig

Hannover.- (see) Wie kann ich mich selbst und meine Mannschaft gesund erhalten? Und was heißt gesund eigentlich genau? Diese Fragen stellten sich am gestrigen Donnerstag rund 80 Unternehmer und Führungskräfte aus dem Handwerk sowie zahlreiche Netzwerkpartner aus Ministerien, der Verwaltung und Verbänden. Die Handwerkskammer Hannover hatte zum 3. Fachkräfteforum Handwerk ins Tagungszentrum nach Garbsen eingeladen und neben einem Impulsvortrag und zwei Podiumsrunden zum Thema ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm auf die Beine gestellt.

„40 Prozent der Produktivität eines Unternehmens hängt an weichen Faktoren, die der Chef maßgeblich beeinflussen kann und die zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter ganz erheblich beitragen“, damit gab Oleg Cernavin, geschäftsführender Gesellschafter der BC GmbH Forschungs- und Beratungsgesellschaft und Mitglied im Leitungskreis der nationalen Initiative „Offensive Mittelstand Gut für Deutschland“, in seinem Impulsvortrag die passende Steilvorlage für die beiden Podiumsdiskussionen.

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Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die Beschäftigten das wichtigste Gut in den Handwerksbetrieben sind, und dass es darauf ankomme, deren Potential zu fördern und auszuschöpfen. „Und dazu gehört es gesunde Strukturen zu schaffen“, erläutert Bianca Rosenhagen, die mit dem Gesundheitsmanagement in ihrem Metallbaubetrieb im letzten Jahr bereits einen Preis gewonnen hat.

Bei allen Unternehmern der beiden Podien, die das Thema Gesundheitsförderung zum Teil auch mithilfe der Zukunftswerkstatt 2.0 angepackt haben, stehen überraschenderweise nicht die Rückenkurse und die Minimierung der körperlichen Belastungen im Vordergrund, sondern der Stressabbau und die Verbesserung der Kommunikation auf allen Ebenen. „Wir machen mit allen regelmäßig Besprechungen, die von zwei Mitarbeitern vorbereitet und moderiert werden“, erzählt beispielsweise Ulrike Körper, die gemeinsam mit ihrem Mann eine Tischlerei leitet. Das habe das Betriebsklima deutlich verbessert, weil alle sich verantwortlich fühlten und an der kontinuierlichen Verbesserung der Betriebsabläufe arbeiteten.

„Die Beteiligung der Beschäftigten ist das A und O in der Gesundheitsförderung“, sagt auch Benita von Steinaecker von der Handwerkskammer Hannover. „Wer transparent analysiert, wo die Stressfaktoren liegen und mit den Mitarbeitern gemeinsam erarbeitet, an welcher Stelle etwas verbessert werden muss, der wird den größten Erfolg ernten.“

„Wir wollten mit der Veranstaltung unseren Mitgliedsbetrieben vor Augen führen, dass Gesundheitsförderung keine Luxusaufgabe ist“, erläutert der Handwerkskammerpräsident Karl-Wilhelm Steinmann. Ganz im Gegenteil sei die Gesundheit auch gerade der älteren Mitarbeiter grundlegend wichtig für den Erfolg und das Fortbestehen eines Handwerksbetriebes. „Durch die sehr gute Resonanz auf unser 3. Fachkräfteforum fühlen wir uns bestärkt darin, dieses Format weiterzuführen. Im nächsten Jahr dann wahrscheinlich mit dem Thema Handwerk 4.0“, so Steinmann. (11.09.2015)

Kontakt:
Benita von Steinaecker

Infoabend zur Zukunftswerkstatt 2.0 findet am Montag, den 14. September 2015 um 18 Uhr im Förderungs- und Bildungszentrum statt.