HWK Hannover

Frühjahrskonjunktur 2014: Handwerk im Handwerkskammerbezirk Hannover startet gut ins neue Jahr

Hannover, 11. April 2014.- "Das Handwerk ist gut ins neue Jahr gestartet." Das machte Jans-Paul Ernsting, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, bei der Vorlage des Konjunkturberichts deutlich. "Die aktuelle Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer Hannover zeigt eine gute Geschäftslagebeurteilung von 62 Indexpunkten im Gesamthandwerk bei einer insgesamt positiven Auftragsentwicklung", erklärte er. Allerdings seien die Umsätze in mehr als jedem zehnten der befragten Betriebe zurückgegangen. Trotzdem sei die Kapazitätsauslastung zufriedenstellend, der Preisüberwälzungsgrad habe sich deutlich verbessert und die Investitionstätigkeit habe an negativer Dynamik verloren. Erfreulich sei auch, dass in per saldo drei Prozent der Betriebe die Beschäftigtenzahl erhöht worden sei.

Die Handwerksbetriebe im Kammerbezirk schauen überwiegend optimistisch in die Zukunft und erwarten eine weitere konjunkturelle Aufhellung. Die Prognosen hinsichtlich des weiteren Geschäftsverlaufes sind gegenüber den Prognosen des Vorjahresquartals deutlich nach oben korrigiert. Das Bauhandwerk erwartet angesichts der saisonalen Komponente eine bessere Auftragslage. Dies gilt insbesondere für die Straßenbauer. Dünnere Auftragsbücher erwartet keine Branche.

Die Beschäftigtenzahl im Gesamthandwerk wird vor dem Hintergrund des erwarteten Auftragsplus nochmals zunehmen. So plant nahezu jeder vierte Betrieb des Nahrungsmittelhandwerks und jeder zehnte Betrieb des Kraftfahrzeughandwerks Neueinstellungen. Nur die Gesundheitshandwerke werden nach eigenen Angaben Personal abbauen. Die Investitionsneigung bleibt allerdings negativ. 31 Prozent der befragten Betriebe werden ihre Investitionstätigkeit im kommenden Quartal einschränken, nur 17 Prozent planen eine Erhöhung ihres Investitionsbudgets.

Bau- und Ausbauhandwerk

Wohl auch wegen der wenig winterlichen Bedingungen ist das Bauhandwerk mit seiner wirtschaftlichen Entwicklung recht zufrieden. Der Geschäftsklimaindex stieg um sechs Indexpunkte auf 53 Punkte.  Gleichwohl meldeten per saldo 15 Prozent der Betriebe  abnehmende Aufträge, nahezu zwei Fünftel ein Umsatzminus. Die Beschäftigtenzahl wurde in per saldo 9 Prozent der Betriebe reduziert; das Investitionsbudget ebenfalls. die Kapazitätsauslastung hat sich hingegen deutlich verbessert. Auch die Erwartungen für das kommende Quartal sind durch und durch von Zuversicht geprägt.

Positiv stellt sich auch die Geschäftslagebeurteilung im Ausbauhandwerk dar. Entscheidend für die gute Beurteilung ist das kräftige Auftragsplus. Nahezu ein Drittel der Betriebe meldete höhere Auftragseingänge, nur 16 Prozent mussten in geringer gefüllten Auftragsbüchern blättern. Umsatzzuwächse gab es allerdings nicht. Der Geschäftsklimaindex ist mit 70 Indexpunkten mit Abstand der höchste aller Branchenwerte.

Zuliefererhandwerk

Sehr gute Konjunkturaussichten kennzeichnen auch die wirtschaftliche Lage im Zulieferhandwerk. Mit einem Indexwert von 66 Punkten bei der Beurteilung der eigenen Geschäftslage entspricht das Stimmungsbarometer aber nicht so ganz der gegenwärtigen wirtschaftlichen Entwicklung, die deutlich besser aussieht: Die Betriebsauslastung ist die Höchste aller Handwerksbranchen.  Die Auftrags- und Umsatzentwicklung verlief besser als im Gesamthandwerk. Per saldo meldeten 3 Prozent ein Auftragsplus, per saldo 12 Prozent Umsatzzuwächse. 22 Prozent der Zulieferer stellten zusätzliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein, lediglich 8 Prozent reduzierten ihre Beschäftigtenzahl. Die Investitionstätigkeit verlief ebenfalls positiv.

Kraftfahrzeughandwerk

Nicht zu übersehen sind einige Wolken am Konjunkturhimmel im Kraftfahrzeughandwerk. Mit einem Geschäftsklimaindex von 55 Punkten geht es in dieser Branche zwar von der Beurteilung her bergauf, die Auftragseingänge und die Umsatzentwicklung entwickelten sich jedoch - wie schon im Vorjahresquartal -  negativ und dies trotz des autofreundlichen Winterwetters. Gleichwohl blieb die Zahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stabil. Das Investitionsbudget wurde in per saldo 6 Prozent der Betriebe reduziert. Ungeachtet dieser Ausgangslage schauen die Kfz-Werkstätten sehr erwartungsfroh in die Zukunft. So werden deutliche Auftrags- und Umsatzzuwächse sowie steigende Investitionen erwartet.

Nahrungsmittelhandwerk

Verhaltenen Schwung zeigt die Konjunktur im Nahrungsmittelhandwerk, wenngleich der Geschäftsklimaindex um 11,5 Punkte gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen ist. In per saldo  nahezu jedem zehnten Betrieb wurden zurückgehende Aufträge und in per saldo 16 Prozent der Betriebe Umsatzrückgänge gemeldet. Die Zukunftsperspektiven werden, saisonal bedingt durch das Ostergeschäft, als gut eingeschätzt.

Gesundheitshandwerk

Gemessen am Geschäftsklimaindex hat sich die wirtschaftliche Lage im Gesundheitshandwerk kaum verbessert. Das zeigt auch die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten, die noch einmal kräftig gesunken ist. Die Investitionstätigkeit war im vergangenen Quartal ebenfalls negativ und nahm in per saldo jedem fünften Betrieb ab. Die Rückläufigkeit der Auftragseingänge nahm wieder zu, der Personalbestand hingegen blieb unverändert. Trotzdem erwarten die Betriebe eine bessere Geschäftslage und steigende Investitionen.

Dienstleistungshandwerk

Befriedigend sieht es in den Dienstleistungshandwerken aus, die mit einer Geschäftslagebeurteilung von 61,5 Indexpunkten um 3,5 Punkte über dem Vorjahresquartalswert liegen. Jeder zehnte der befragten Betriebe konnte ein Auftragsplus verzeichnen, die Umsatzentwicklung verlief jedoch in per saldo 15 Prozent der Betriebe unbefriedigend.

Regionalanalyse

Die Regionalanalyse zeigt einen konjunkturellen Aufschwung  - wenngleich auch mit unterschiedlicher Ausprägung - in allen Landkreisen des Kammerbezirks und in der Region Hannover. Der Spitzenreiter ist der Landkreis Hameln-Pyrmont mit einem Indexwert von 76 Punkten. Die Region Hannover weist einen gestiegenen Geschäftsklimaindex auf, der um 5,5 Punkte auf 71,5 Indexpunkte angewachsen ist und somit an zweiter Stelle der Regionalkonjunkturen liegt. Die Betriebe im Landkreis Nienburg weisen mit einem Indexwert 65 Punkten eine überdurchschnittliche Konjunktur auf.

An letzter Stelle bei der Bewertung der Regionalkonjunkturen befinden sich die Betriebe im Landkreis Schaumburg mit 48 Indexpunkten. In diesem Landkreis zeigen die sonstigen Konjunkturparameter auch eine deutliche Abweichung von denen der übrigen Regionen. Dies gilt ganz besonders im Hinblick auf die Auftrags- und Umsatzentwicklung. Das ist umso gravierender, da der Betriebsbestand im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gesunken ist. Eine analoge Entwicklung ist auch im Landkreis Hameln-Pyrmont zu beobachten, doch hier konnten die Betriebe vermehrt Aufträge akquirieren, die auch zu Umsatzsteigerungen führten.

Ansprechpartnerinnen für die Medien:
Dr. Sabine Wilp
Rosemarie Colberg