Gebäudeenergieberater profitieren

BAFA Vor-Ort Beratung für Handwerker geöffnet. Neuregelung bei geförderten Energieberatungen hilft Kunden und Klima.

Hannover.- (see) Das Bundeswirtschaftsministerium hat entschieden, dass ab dem 1. Dezember 2017 auch Gebäudeenergieberater des Handwerks den geförderten gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplan im Rahmen der Vor-Ort-Beratungen erstellen können. „Wir begrüßen diese Entscheidung, weil das Bauhandwerk in der Regel ohnehin erster Ansprechpartner für die Kunden ist, die in die energetische Sanierung ihrer Wohnhäuser investieren wollen“, erläutert Frank-Pater Ahlers von der Handwerkskammer Hannover. Der Beschluss sei also gut für die Kunden und für die Sanierungsrate im Gebäudebestand.

Künftig können Gebäudeenergieberater im Handwerk, die zu einem Kunden wegen einer Heizungs-, Dach- oder Fensterreparatur gerufen werden, diesen Anlass nutzen, um die Hauseigentümer über die Möglichkeiten einer energetischen Sanierung durch eine geförderte Beratung zu informieren. Bisher waren Gebäudeenergieberater, die Eigentümer oder Mitarbeiter von Handwerksbetrieben sind, von der Erbringung dieser geförderten Energieberatung ausgeschlossen. Diese unbegründete Einschränkung des Förderprogramms wird nun zum 1. Dezember 2017 aufgehoben. Ein weiterer Vorteil: Die handwerklichen Arbeiten dürfen dann im Anschluss auch durch den beratenden Betrieb durchgeführt werden.

Zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Zielsetzungen der Bundesregierung spielt der Gebäudesektor eine zentrale sehr wichtige Rolle. Bis zum Jahr 2050 will die Bundesregierung laut aktuellem Klimaschutzplan einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreicht haben. Um die erforderlichen Energie- und CO2-Einsparungen potenziale im Gebäudesektor realisieren zu können, ist eine höhere Sanierungsquote des Gebäudebestands unabdingbar, betont Sander. Die Sanierungsquote stagniert allerdings seit vielen Jahren im Jahr 2016 bei knapp 1 Prozent und somit nur bei der Hälfte der angestrebten Rate von 2 Prozent. Das Förderprogramm der Bundesregierung zur Vor-Ort-Beratung kann zur Umsetzung der energiepolitischen Ziele Deutschlands verstärkt beitragen, indem Hauseigentümer zur energetischen Sanierung noch intensiver beraten und motiviert werden.

„Die Kompetenz der handwerklichen Berater liegt im besonderen Maße in der Verknüpfung von praktischem und technologischem Anwendungswissen. Des Weiteren erfolgt die Kommunikation über notwendige Maßnahmen durch Handwerker verständlich, nachvollziehbar und auf Augenhöhe. Meist besteht sogar – insbesondere im ländlichen Raum – ein stabiles Vertrauensverhältnis zwischen Handwerksbetrieb und Kunde. Aus diesem Grund werden Hauseigentümer bestärkt, im Anschluss an die Beratung die Sanierungsmaßnahmen auch tatsächlich umzusetzen“, zeigt sich Ahlers überzeugt. (10.11.2017)

Kontakt:

Dr. Frank-Peter Ahlers
Abteilungsleiter Zentrum für Umweltschutz

Tel. (05 11) 3 48 59 - 97
Fax (05 11) 3 48 59 - 32
ahlers--at--hwk-hannover.de