Die Referenten: Frank Schievink, Tom Franz, Wilhelm Feund, Christoph Krause, Horst Zacharias (v.l.)
Oßwald
Die Referenten: Frank Schievink, Tom Franz, Wilhelm Feund, Christoph Krause, Horst Zacharias (v.l.)

Handwerk 4.0: Einfach anfangen

Ein aufrüttelnder Vortrag und vier anschauliche Beispiele aus der Praxis machten 80 Betriebsinhabern Mut, sich mit dem Thema Digitalisierung zu beschäftigen.

Hannover.- (see) „Handwerksunternehmen, die sich jetzt nicht auf den Weg ins digitale Zeitalter machen, werden in fünf bis zehn Jahren nicht mehr am Markt sein.“ Mit dieser etwas provokanten These sicherte sich Keynote-Speaker Christoph Krause die volle Aufmerksamkeit der rund 80 Teilnehmer der Veranstaltung #handwerkdigital, zu der die Handwerkskammer Hannover Betriebsinhaber und Multiplikatoren Ende April eingeladen hatte. Der digitale Fachmann vom Kompetenzzentrum für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation der Handwerkskammer Koblenz nahm den Teilnehmern mit seinem schwungvollen und mit vielen Praxisbeispielen gespickten Vortrag aber auch die Angst vor der Größe des Vorhabens. Sein Tenor: einfach anfangen, mit seinen Mitarbeitern Ideen entwickeln und die Handwerkskammer um Rat fragen.

„Die wichtigste Frage dabei ist, welche neuen Geschäftsmodelle machen mein Unternehmen fit für die Zukunft und wie kann ich dafür digitale Lösungen entwickeln“, betonte Krause auf der Veranstaltung #handwerkdigital. Und das sollten nach Möglichkeit keine Insellösungen sein, sondern sich durch das gesamte Unternehmen ziehen - von der Auftragsakquise über die Produktion bis zur Kommunikation mit dem Kunden können dann die Vorteile der Digitalisierung genutzt werden.  So können auch ganz neue Produkte und Dienstleistungen entstehen, die die Palette des Unternehmens gewinnbringend erweitern, wie beispielsweise beim Konditor, der durch einen 3D-Konfigurator Businesskunden gewonnen hat, die sich ihr Logo aus Schokolade in 3D-Druck bestellen.  

Die vier Beispiele aus den Betrieben, die sich bereits ins Abenteuer Digitalisierung gestürzt haben, machten im weiteren Verlauf des Abends deutlich, wie vielfältig die Palette der digitalen Möglichkeiten ist. Bei der Tischlerei Dein Freund beispielsweise ist das papierlose Büro fast schon Wirklichkeit geworden. Außerdem nutzt Tischlermeister Wilhelm Freund die längst eingeführte digitale Fertigungstechnik in seiner Möbelproduktion für die Kommunikation mit Lieferanten und Kunden. Horst Zacharias berichtete, wie er in seiner Firma die Wartung der Gebäudetechnik digitalisiert hat, so dass die Auftragsabwicklung für den Mitarbeiter vereinfacht und für den Kunden durchschaubarer gemacht wird. Schievink Orthopädie-Schuhtechnik nutzt digitale Prozesse insbesondere, um gut qualifizierte und motivierte, junge Fachkräfte zu finden. Und Tischlermeister und Gestalter Tom Franz gab Einblicke, wie er die Virtuelle Realität nutzt, um seine Kunden von seinen Gestaltungsideen in 3D zu begeistern.

„Ich habe viele Anregungen und spannende Beispiele mit nach Hause genommen“, erläuterte Unternehmerin Ulrike Köper von der Tischlerei Klauenberg. „Gerade für den Anfang ist es wichtig sich mit anderen auszutauschen und im Unternehmen eine digitale Kultur zu schaffen“, resümierte Christoph Krause. Zumindest zum ersten Punkt leistete die Veranstaltung #handwerkdigital einen ersten Beitrag.  (28.04.2017)

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