Andreas Krautwurst und Markus Hastenpflug testen die neue Teemaschine
Seeger
Andreas Krautwurst und Markus Hastenpflug testen die neue Teemaschine

Handwerk trifft Superfood

Mit Hilfe der Innovationsförderung entwickelt der Radio- und Fernsehtechniker Andreas Krautwurst eine Matcha-Teemaschine für den gastronomischen Gebrauch.

Hannover.-(see) Von Drebber nahe Diepholz wird der neue Getränkehype ausgehen – jedenfalls wenn es nach Andreas Krautwurst geht. Denn er hat eine Matcha-Teemaschine entwickelt, die jetzt in Serie gehen kann. Matcha ist das neue In-Getränk, das in angesagten Teehäusern zubereitet wird. Diese spezielle Grünteepflanze, bei der das ganze Blatt sehr fein vermahlen und in einer aufwendigen Zeremonie aufgeschäumt wird. Das hellgrüne Pulver hat einen speziellen Geschmack und gilt als besonders gesundsheitsfördernd. 

Ideale Symbiose bringt Marktvorteil

Aber wie kommt ein Radio- und Fernsehtechnikermeister, der sich seit Jahren auf die Reparatur und Wartung von Kaffeevollautomaten spezialisiert hat, darauf, Zeit und Geld in die Entwicklung einer Teeaufbrühmaschine zu stecken? „Ich habe mit Markus Hastenpflug Tischtennis gespielt“, lacht Krautwurst. Zusammen mit dem Grünteeexperten, der seit 1992 Grüntees aus Japan importiert, weiterverarbeitet und verkauft und seit 2011 auch Matcha-Pulver frisch am Firmenstandort in Diepholz vermahlt,  entstand die Idee, für den professionellen Gebrauch eine Maschine zu entwickeln, mit der Matcha auf Knopfdruck verfügbar ist. „Teetrinker bekommen auswärts keinen guten Tee zu trinken und weichen daher oft aus Kaffee aus“, erläutert Hastenpflug.   

So fing Andreas Krautwurst vor vier Jahren an, nach Feierabend Zeit und Geld in dieses innovative Projekt zu stecken. Die Anforderungen an das Mahlwerk, an den Wasserdruck und die Wassertemperatur sowie Mixergeschwindigkeit gab Hastenpflug vor, und der Techniker Krautwurst setzte um. Der Mahlstein aus Granit ist das Herzstück des Teeautomaten. Hier haben die original japanischen Mühlen Modell gestanden. Außerdem gibt es kleine Container, aus denen andere Teesorten, Gewürze oder getrockneter Reis beigemengt werden können und ein Milchaufschäumer sorgt für den Matcha-Latte.

Ohne Innovationsfördung geht es nicht

Für einen Zwei-Mann-Betrieb war das eine ungeheure Herausforderung, die nur mit Leidenschaft und Können zu bewältigen war, aber auch einige Kosten verursachte. „Also haben wir Innovationsförderung beim Land Niedersachsen beantragt und auch bekommen“, erzählt Krautwurst, „aber ohne den Innovationsberater der Kammer, Frank-Peter Ahlers, hätten wir das nicht geschafft.“ Zu aufwendig und zu kompliziert sei die Beantragung für einen kleinen Bertrieb. Aber jetzt ist der Antrag durch und 35 Prozent der Entwicklungskosten übernimmt das Land Niedersachsen.

Aber wie kommt der neue Trend jetzt zu den Verbrauchern? Auch hier ist die Lösung bereits gefunden. Markus Hastenpflug nutzt seine Vertriebswege und setzt auf seine angestammten Grüntee-Kunden. Er nimmt die Maschine mit auf wichtige Messen und vertreibt die Maschine per Internet.

„Wenn ich pro Jahr 10 Maschinen verkaufe, hat sich der Aufwand gelohnt“, erläutert Krautwurst, der die Kosten für einen Teeautomaten zwischen acht und zehntausend Euro veranschlagt. Voraussetzung für den Erfolg des Projektes war das perfekte Zusammenspiel von zwei echten Experten. Krautwurst hat seinen Anteil erbracht, jetzt ist Hastenpflug dran, damit automatisch aufgeschäumter Matcha-Tee aus Drebber bald überall getrunken werden kann.

Sie haben Fragen zur Innovationsberatung der Handwerkskammer?


Kontakt:

Dr. Frank-Peter Ahlers
Abteilungsleiter Zentrum für Umweltschutz

Tel. (05 11) 3 48 59 - 97
Fax (05 11) 3 48 59 - 32
ahlers--at--hwk-hannover.de