Kommode von Ossi Laine & Pasi Pietikäinen

Handwerksform Hannover
Kommode von Ossi Laine & Pasi Pietikäinen

Handwerksform Hannover zeigt angewandte Kunst aus Finnland

Hannover, 27. März 2015.- Nach Frankreich nun Finnland. Auch mit der zweiten Ausstellung des Jahres schaut die Handwerksform Hannover über den Tellerrand hinaus und hat Gäste aus dem europäischen Ausland eingeladen. 30 Designwerkstätten aus Finnland zeigen Schmuck, Textiles, Keramik, Möbel und Glas.

Eines fällt sofort auf: das finnische Design ist definitiv anders als das französische. Schlichte Eleganz und der Mut zu kräftigen Farben zeichnen es aus. Gradlinig und unverschnörkelt kommen die Exponate daher und machten deutlich, dass Design für die Finnen kein außergewöhnlicher Luxus, sondern integraler Bestandteil des alltäglichen Lebens ist.

Die Ausstellung kam auf Anregung von Marianne Sinemus-Ammermann, Repräsentantin der Deutsch-Finnischen Handelskammer, zustande. Sie brachte ihre hervorragenden Kontakte ein, so dass wir eine repräsentative Auswahl von Werkstätten zusammenstellen konnten.

Schmuck
Aus der Werkstatt von Kirsti Doukas und Kristian Saarikorpi stammt die Ringserie „Dekadenz“, die die Grenze zwischen Design und Kunst überschreitet. Neue Technologien und altes Handwerk gehen hier eine kongeniale Verbindung ein. Die Ringe entstehen im 3D-Drucker. Sie werden mit Edelsteinen wie Aquamarin, Citrin oder Rosenquarz kombiniert.

Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen: Silberschmuck von Eero Hintsanen, der vor allem das Wachsausschmelzverfahren bei der Schmuckherstellung nutzt. Inspirieren lässt er sich von Kindheitserinnerungen, aber auch von aktuellen Themen der urbanen Kultur, denen er auf seinen Reisen rund um die Welt begegnet.

Heli Kauhanen stellt in Hannover unter anderem die Serie “Boforia” vor. Schmuck aus Silber und Titan, der durch seine leuchtenden Farben auf sich aufmerksam macht. Der Schmuck greift die Themen Wind, Bewegung und Textur auf.

Chao-Hsien Kuo wurde in Taiwan geboren. Ihre Ausbildung als Goldschmiedin hat sie in Helsinki erhalten, und sie betont, dass das Leben in Finnland einen großen Einfluss auf ihr Schaffen hat. Mit ihrem Schmuck möchte sie auf die Schönheit des Landes aufmerksam machen. Sie nutzt traditionelle Techniken und hat eine sehr eigenständige Formensprache für sich gefunden, die durch ihren skulpturalen Charakter besticht. Das Grundmaterial ist Silber, das mit Blattgold veredelt wird.

Interior Design
Neben Schmuck sind auch Exponate aus dem Interior Bereich in der Ausstellung zu sehen. Beeindruckend in ihrer schlichten Eleganz ist die Kommode „Viisto“ aus finnischem Birkenholz. Sie ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des Designers Ossi Laine und des Tischlers Pasi Pietikainen. Durch die Kooperation ist sichergestellt, dass die ästhetische Qualität und die Produktion perfekt zusammenpassen.
Handgearbeitete Möbel stellt auch der Tischler und Designer Max Mecklin vor. Für seine Unikatmöbel wie beispielsweise den kleinen mobilen Beistelltisch nutzt er Materialien, die er auf Bauplätzen findet und recycled. Handmade ist für ihn der Beweis besonderer Qualität.

In den Interior Bereich gehören auch die Stehleuchten, die Timo Niskanen zur Ausstellung beigesteuert hat. Bei der Serie „Toad“ gehen mundgeblasenes Glas und in Form gepresste Eiche eine besondere Verbindung ein. Die Stehlampen-Serie „Filly! besticht durch ihre puristische, extrem reduzierte Formensprache und die Verbindung von farbigem Aluminium, Eiche und den massiven Fuß aus Beton.

Textil
Die Designerin Katja Hynninen hatte einen Traum. Sie wollte einen Stoff mit einer perfekten geometrischen Struktur kreieren. Mit der Serie „Fragment“ hat sie sich diesen Traum erfüllt. Der gewebte Stoff aus Wolle und Baumwolle wird erstmals in der Ausstellung Tervetuoloa! vorgestellt.

Die aus Finnland stammende Textildesignerin Kristiina Karinen lebt schon seit vielen Jahren in Deutschland. Aber ihre Strickskulpturen aus Seide und Merinowolle sind nach wie vor stark durch das Land ihrer Geburt beeinflusst. Das zeigt sich insbesondere in der zurückhaltenden Farbgebung. Kristiina Karinen verwendet nahezu ausschließlich weiß, grau oder schwarz für die Teile ihrer Strickkollektion. Im vergangenen Jahr hat sie diese Grundfarben erstmals zu farbigen Mustern verarbeitet und damit gleich für große Furore gesorgt. Aus dieser neuen Serie stellen wir die Modelle „Karo“, „Lines“ und „Rose“ vor.

Dass es in Nordeuropa deutlich kälter ist als im Süden, das ist eine Binsenweisheit. Warme Decken sind da eine absolute Notwendigkeit. Dass diese Notwendigkeit auch sehr luxuriös sein kann, das zeigen die Decken von Henna Mantere. Als Grundmaterial nutzt sie den Stoff von Mänteln aus Schafwolle oder auch Fuchsfelle, die sie wiederverwendet. Auf diese Weise entstehen luxuriöse Decken in zurückhaltenden Farben, die mit Rentier-Leder umsäumt werden.

Auch Mirka Tuovinen nutzt Stoffe, die schon einmal in Gebrauch waren. Sie gründete ihr Label im Jahr 1990 und fertigte ihre erste Kollektion mit den textilen Schätzen, die sie auf dem Dachboden ihrer Großmutter gefunden hatte. Schönheit, Haltbarkeit und Funktionalität stehen für Mirka Tuovinens Upcycling-Kollektion im Vordergrund. In der Ausstellung zeigt sie witzige Kittelkleider und Tuniken.

Keramik
Im Bereich Keramik möchten wir die Arbeiten von Eeva Jokinen hervorheben. Sie stellt Unikate und Kleinserien her. Vor allem das Reiskorn-Porzellan hat es ihr angetan. Ihre Schalen, Tassen und Vasen werden mit einem scharfen Werkzeug durchlöchert. Nach dem Brand verschließen sich die Löcher, aber der fragile und transluzente Eindruck bleibt.

Zur Fotostrecke bitte auf das Bild klicken:

Tischlampe von Sanna Rastas

Liste der Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
Kirsti Doukas & Kristian Saarikorpi - Arto Halmetoja - Eero Hintsanen - Katja Hynninen - Maria Jalava - Kristiina Karinen - Heli Kauhanen - Elisa Kinnarinen - Prijo Kivimäki-Krouvila - Chao-Hsien Kuo - Ossi Laine & Pasi Pietikäinen - Nina Lehos - Henna Mantere - Niina Mantsinen - Jani Martikainen - Max Mecklin - Saana Murtti - Naoko Nakagawa - Timo Niskanen - Soile Paasonen - Inni Parnanen - Eija Pirttilahti - Sanna Rastas - Paulina Rundgren - Hannele Rusila - Satu Somero - Mirka Tuovinen - Panu Turunen - Hanna van Ingen - Vesa Varrela

Ausstellungseröffnung:
Freitag, 27. März 2015, 20 Uhr

Ausstellungsdauer:
28. März 2015 bis 25. April 2015

Ausstellungsführungen:
Donnerstag, 16. April 2015, 16.30 bis 17.30 Uhr
Donnerstag, 23. April 2015, 16.30 bis 17.30 Uhr
mit Rüdiger Tamm von der Werkakademie für Gestaltung und Design im Handwerk Niedersachsen e.V.

Workshop für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren:
Samstag, 18. April 2015, 11-14 Uhr

Parallel zur Ausstellung findet ein Workshop statt, bei dem dieses Mal der Werkbereich Holz im Mittelpunkt steht. Aus Holzleisten, Glasperlen, Drahtseil entstehen Untersetzer in den unterschiedlichsten Formen: Fische, Pilze, Kreise. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es wird gesägt, gebohrt, gefädelt und vernietet. Und am Ende des Workshops kann jeder seine Kreation mit nach Hause nehmen.

Geleitet wird der Workshop von Rüdiger Tamm, Diplom-Designer und Leiter der Werkakademie für Gestaltung und Design im Handwerk. Der Workshop ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist notwendig. Bitte nutzen Sie zur Anmeldung das Formular, das unter folgendem Link zum Download bereit steht: www.hwk-hannover.de/abenteuerwerkstatt

Ansprechpartnerin für die Medien:
Dr. Sabine Wilp