HWK Hannover

Handwerksgerechte Wirtschaftspolitik für Niedersachsen gefordert

Hannover, 06. Juni 2012.- Mit einem 37 Seiten starken Positionspapier, das von den Vollversammlungsmitgliedern im Mai 2012 verabschiedet wurde, hat die Handwerkskammer Hannover im Vorfeld der Landtagswahlen in Niedersachsen am 20. Januar 2013 ihre Vorschläge für eine handwerksgerechte Wirtschaftspolitik formuliert.

"Das Handwerk im Kammerbezirk Hannover beschäftigt mehr als 100.000 Menschen und stellt mit über 18.600 Betrieben rund ein Fünftel aller Unternehmen in Niedersachsen. Ein Drittel der beruflichen Erstausbildung wird in der Handwerkswirtschaft absolviert, und das bedeutet: wir bilden nach wie vor weit über unseren eigenen Bedarf hinaus aus,“ stellte Walter Heitmüller, Präsident der Handwerkskammer Hannover, bei der Präsentation des Papiers fest. "Deswegen bin ich der festen Überzeugung: man sollte das Handwerk bei politischen Entscheidungen seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung entsprechend stärker berücksichtigen“, fordert er.

Bei seinem Appell an alle Politikerinnen und Politiker, die in den neuen Landtag in Niedersachsen gewählt werden wollen, fand Heitmüller klare Worte: "Schaffen Sie endlich die notwendigen Voraussetzungen, um mehr Wachstum, Beschäftigung, Ausbildung und Innovation für die Handwerksbetriebe zu gewährleisten.“

Das Positionspapier der Handwerkskammer Hannover greift sechs zentrale Themenfelder auf, die für "Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan“ von besonderer Bedeutung sind:

■                    Handwerk und Bildung
■                    Handwerk und Personaldienstleistungen
■                    Handwerk und Energiewende
■                    Handwerk und Mobilität
■                    Handwerk und öffentliche Auftraggeber
■                    Handwerk in (neuen) Wirtschaftsräumen

"Das Handwerk ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Wirtschaft,“ betonte der Handwerkskammerpräsident. "Daher mischen wir uns selbstbewusst in die Debatte über den Weg von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik ein.“

Im Themenfeld "Bildung“ fordert die Kammer von der Politik unter anderem stärkere Anstrengungen im Bereich der Sprachförderung in Kindergärten und Schulen sowie eine Intensivierung der Berufsorientierung vor allem auch in den Gymnasien. Darüber hinaus erwartet die Kammer mehr Unterstützung bei der Fachkräftesicherung für das Handwerk.

In der Energiepolitik fordert das Handwerk, dass sich die Niedersächsische Landesregierung bei der Förderung von Energiesparmaßnahmen, Energieeffizienztechnik und alternativen Energien dafür einsetzt, die bisherige budgetfinanzierte Förderung auf Bundesebene verstärkt auf eine steuerfinanzierte Förderung umzustellen.

In Sachen Mobilität und Elektromobilität setzt das Handwerk auf technologische Innovationen und fordert von der Politik, Mobilitätskonzepte auszuarbeiten und verstärkt auf den Ausbau von Schnellradwegen für Elektrofahrräder und Ladesäulen für Elektrofahrzeuge zu achten.

Im Bereich der öffentlichen Auftragsvergabe ist das Handwerk nach wie vor darauf angewiesen, dass die Vergabe fair und mittelstandsgerecht vonstatten geht. Dazu gehört die konsequente Anwendung der bewährten Vergabe- und Vertragsordnungen VOB, VOL und VOF sowie die Beibehaltung der erhöhten Wertgrenzen, die 2009 im Rahmen des Konjunkturpaketes verabschiedet wurden.

Besondere Beachtung bedarf nach Meinung der Handwerkskammer Hannover das Handwerk in den unterschiedlichen Wirtschaftsräumen. Auf der einen Seite ist es unabdingbar, das Handwerk in die Metropolregionen des Landes richtig einzubinden. Das sollte allerdings nicht dazu führen, das Handwerk in den großstadtfernen, ländlichen Räumen aus dem Blick zu verlieren. Daraus resultiert die Forderung an die künftigen Mandatsträger im Niedersächsischen Landtag, den strukturschwachen Raum nachhaltig zu stärken.

Das Positionspapier wird in diesen Tagen an die Vertreter der niedersächsischen Handwerksorganisationen sowie die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages verschickt.

Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Sabine Wilp