Handwerkskammer Hannover zieht Bilanz: 2010 war ein gutes Jahr für das Handwerk

Hannover, 19. Mai 2011.- "Wir können für 2010 eine positive Bilanz ziehen. Alles in allem war es ein gutes Jahr für das Handwerk.“ Das machte der Präsident der Handwerkskammer Hannover, Walter Heitmüller, bei der heutigen Frühjahrsvollversammlung deutlich. Zum Glück hätten die allermeisten Handwerksunternehmen die globale Finanz- und Wirtschaftskrise unbeschadet überstanden. Daher gäbe es momentan durchaus Anlass, positiv in die Zukunft zu schauen.

Das von den führenden Wirtschaftsinstituten für 2011 prognostizierte Wachstum von 2,8 Prozent gebe Anlass zur Hoffnung, nicht zuletzt mit Blick auf den Arbeitsmarkt, betonte Heitmüller. Zudem könne man davon ausgehen, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt unter die Marke von drei Millionen fallen werde. Das sei eine Entwicklung, die sich das Handwerk nur wünschen könne. Denn dies habe mit Sicherheit auch Auswirkungen für den Binnenmarkt, der für das überwiegend regional arbeitende Handwerk von besonderer Bedeutung sei.

Die positiven Zahlen dürften allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Handwerk vor enormen Herausforderungen stehe, so der Handwerkskammerpräsident. Eine Wirtschaft, die boomt, brauche vor allem gut ausgebildete Fachkräfte. Das gelte insbesondere für das personalintensiv arbeitende Handwerk. Die Themen "Bildung“ und "Nachwuchssicherung“ hätten daher für die Handwerkskammer Hannover weiterhin hohe Bedeutung, denn bereits heute zeichne sich ab, dass den Handwerksbetrieben im Kammerbezirk künftig immer weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen werden.

Zum 31. Dezember 2010 waren 9.451 Lehrlinge in der Lehrlingsrolle eingetragen. Das sind 0,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe betrug 18.350 Betriebe. Das entspricht einem Zuwachs von 182 Betrieben (+ 1,0 %) im Vergleich zu 2009. Damit habe sich dass Handwerk auf gutem Niveau stabilisiert. Das betonte Kammerhauptgeschäftsführer Jans-Paul Ernsting bei der Vorlage des Jahresberichts.

Er wies aber auch darauf hin, dass neue Betriebe seit Jahren ganz überwiegend nur noch im zulassungsfreien Bereich entstünden, also dort, wo keine Qualifikationsnachweise für die Gründung erforderlich seien. "Dies bereitet uns Sorgen. Denn es bedeutet nicht nur, dass Qualifikation verloren geht und weniger ausgebildet wird,“ erklärte Ernsting. "Es bedeutet auch, dass viele der Existenzgründungen im Handwerk nicht wirklich nachhaltig sind.“

Ernsting wies in seinem Bericht darüber hinaus darauf hin, dass das Handwerk mit großen Herausforderungen zu kämpfen habe. "Unsere Ökonomie steht vor einem entscheidenden Paradigmenwechsel – weg von der Industriegesellschaft und hin zur Wissensgesellschaft, weg von der industriellen Produktion hin zu Dienstleistung und Innovation.“

Es seien vor allem zwei Megatrends, auf die das Handwerk Antworten finden müsse: der Megatrend Klimawandel und der Megatrend demografischer Wandel. Auf das Thema Energiewende sei das Handwerk im Kammerbezirk Hannover gut vorbereitet, denn die Betriebe hätten in den letzten Jahren viel Know-how und Fachkompetenz auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz erworben. Die Verbraucher seien daher beim örtlichen Handwerk gut aufgehoben, wenn es um Beratung und Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudebereich und erneuerbare Energien gehe.

Nicht ganz so optimistisch zeigte sich Ernsting beim Megatrend demografischer Wandel. "Wir müssen uns in den kommenden Jahren verstärkt darauf einstellen, dass der demografische Wandel zu einer starken Verknappung der Ressource Talent führen wird. Das wird das Handwerk besonders hart treffen,“ erklärte er. Mit zahlreichen Projekten arbeite die Handwerkskammer Hannover daher daran, ihren Mitgliedsbetrieben bei diesem Thema zur Seite zu stehen. In den nächsten Jahren werde es insbesondere darum gehen müssen, alle Zielgruppen für das Handwerk zu erschließen.

 

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Jahresbericht 2010

 

 

 

Ansprechpartnerin für die Medien:
Dr. Sabine Wilp